|
Bei der zweiten Veranstaltung im
Regensburger Kulturclub 2010 stellte Markus Müller - als Mitglied
der Regensburger Projektgruppe 2010 - die Mitbewerber um den Titel
Kulturhauptstadt Europas vor.
Alle Bewerberinnen hätten Vor- und Nachteile, die einerseits die
Jury überzeugen könnten und andererseits aufzeigten, dass der
Zuschlag nach Brüssel als Deutscher Aspirant - aus Sicht der Beobachter - nicht gegeben werden könne.
Bremen als Stadtstaat stehe wohl an erster Stelle in der Gunst der
Deutschen Institutionen,
gefolgt vom Großraum Essen. Bei den Städten im
Ruhrgebiet stelle sich eine neue Art der Bewerbung dar, als sich
eben nicht nur eine einzelne Kommune, sondern eine ganze Region
präsentiere.
Kaum eine Chance dürften die Städte aus dem Osten Deutschlands -
Görlitz, Halle und Potsdam - haben, zumal 1999 Weimar den Zuschlag
durch Intervention von Dr. Helmut Kohl als damaligem deutscher
Kanzler und dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Mitterand
erhielt.
Regensburg sei immerhin die Gewinnerin aus Bayern. Der Zwischenruf
aus dem Publikum, dass der Freistaat bisher nur 130.000 Euro
bereitstelle, während Braunschweig, Bremen und Kassel über
Millionen-Budgets verfügten, wurde von Professor Dünninger
relativiert, er haben von Herrn Schaidinger gesagt bekommen, er, als
Oberbürgermeister von Regensburg, sei in der nächsten Woche in
München bei Finanz-Minister Falthauser und werde die Zusage über
größere Mittel erhalten. So, meinte Prof. Dünninger, jetzt könne
Geld ausgegeben werden.
Claus Caspers mahnte an, dass, wenn die Bürgerschaft aktiviert
werden solle - immerhin habe diese ja am letzten Wochenende
bewiesen, dass sie größte Planungsfehler wie den in Bezug auf die
Stadthalle am Donaumarkt verhindern könne - endlich gesagt werden
müsse, mit was man denn nun in den letzten Wochen vor Besuch der
Jury Ende Februar punkten wolle.
Von der Projektleitung wurden keine konkreten Aussagen gemacht, es gäbe
Dinge, die in die Öffentlichkeit getragen und andere, die hinter
verschlossenen Türen entwickelt würden, was wiederum einen anderen
Besucher zur Mahnung veranlasste, OB Schaidinger habe sich
seinerzeit vor dem
Presseclub dafür entschuldigt, dass bei der Erstellung des
Bewerbungsbuches zu viel Geheimniskrämerei betrieben worden sei.
Ein weiterer Zuhörer hob hervor, dass in der ersten Phase mit
Hubert G. Feil niemand in Regensburg gewusst habe, was mit 2010 vor
sich ginge, in der zweiten Phase mit Dr. Schnetz und dem
Regensburger Kulturreferenten Unger sei ebenfalls kaum etwas in die
Stadt gedrungen, nun käme "die Fünfer-Bande" und er warne davor, die
Bevölkerung, die sehr empfindlich sei in Bezug auf alles, was von
außen käme, zu unterschätzen.
Gabriele Lindinger - ebenfalls Mitglied er Projektleitung -
fragte den Zwischenrufer, ob er Künstler sei - was dieser verneinte
- worauf ein anderer Besucher der Veranstaltung Frau Lindinger
fragte, warum sie insistiere, ob der Frager Künstler sei und ob sie
nur mit Künstlern spreche.
Nein, sie wolle nur wissen, ob der Herr ein Projekt eingebracht
habe, worauf ihr vorgehalten wurde, dann müsse sie das eben
kommentieren, aber nicht nur einfach fragen, ob der Besucher der
Veranstaltung
Künstler sei.
Abschließend forderte eine Dame, es sei nun angebracht, der ganzen
Angelegenheit - Bewerbung Regensburgs um den Titel Kulturhauptstadt
2010 - Profil zu geben, wer auch immer es mache.
Wohl um weitere Irritation zu vermeiden, gab Markus Müller den Hinweis,
man müsse, wie er als Westfale, gelassen bleiben und dass es Bier
dort in der Ecke gebe.
Ceterum censeo: Die Projektgruppe lässt auch jetzt die Katze - vier
Wochen nach ihrer Bestallung - nicht aus dem Sack, wie sie den
Karren der Bewerbung Regensburgs um Kulturhauptstadt 2010, der bis zur
Achse im Dreck steckt, noch bis Ende Februar/März 2005 flott machen
will.
DH
|