16.12.04

"Nichts Neues zu 2010"

 

Bei der zweiten Veranstaltung im Regensburger Kulturclub 2010 stellte Markus Müller - als Mitglied der Regensburger Projektgruppe 2010 - die Mitbewerber um den Titel Kulturhauptstadt Europas vor.

Alle Bewerberinnen hätten Vor- und Nachteile, die einerseits die Jury überzeugen könnten und andererseits aufzeigten, dass der Zuschlag nach Brüssel als Deutscher Aspirant - aus Sicht der Beobachter - nicht gegeben werden könne.

Bremen als Stadtstaat stehe wohl an erster Stelle in der Gunst der Deutschen Institutionen, gefolgt vom Großraum Essen. Bei den Städten im Ruhrgebiet stelle sich eine neue Art der Bewerbung dar, als sich eben nicht nur eine einzelne Kommune, sondern eine ganze Region präsentiere.
Kaum eine Chance dürften die Städte aus dem Osten Deutschlands - Görlitz, Halle und Potsdam - haben, zumal 1999 Weimar den Zuschlag durch Intervention von Dr. Helmut Kohl als damaligem deutscher Kanzler und dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Mitterand erhielt.

Regensburg sei immerhin die Gewinnerin aus Bayern. Der Zwischenruf aus dem Publikum, dass der Freistaat bisher nur 130.000 Euro bereitstelle, während Braunschweig, Bremen und Kassel über Millionen-Budgets verfügten, wurde von Professor Dünninger relativiert, er haben von Herrn Schaidinger gesagt bekommen, er, als Oberbürgermeister von Regensburg, sei in der nächsten Woche in München bei Finanz-Minister Falthauser und werde die Zusage über größere Mittel erhalten. So, meinte Prof. Dünninger, jetzt könne Geld ausgegeben werden.

Claus Caspers mahnte an, dass, wenn die Bürgerschaft aktiviert werden solle - immerhin habe diese ja am letzten Wochenende bewiesen, dass sie größte Planungsfehler wie den in Bezug auf die Stadthalle am Donaumarkt verhindern könne - endlich gesagt werden müsse, mit was man denn nun in den letzten Wochen vor Besuch der Jury Ende Februar punkten wolle.

Von der Projektleitung wurden keine konkreten Aussagen gemacht, es gäbe Dinge, die in die Öffentlichkeit getragen und andere, die hinter verschlossenen Türen entwickelt würden, was wiederum einen anderen Besucher zur Mahnung veranlasste, OB Schaidinger habe sich seinerzeit vor dem Presseclub dafür entschuldigt, dass bei der Erstellung des Bewerbungsbuches zu viel Geheimniskrämerei betrieben worden sei.

Ein weiterer Zuhörer hob hervor, dass in der ersten Phase mit Hubert G. Feil niemand in Regensburg gewusst habe, was mit 2010 vor sich ginge, in der zweiten Phase mit Dr. Schnetz und dem Regensburger Kulturreferenten Unger sei ebenfalls kaum etwas in die Stadt gedrungen, nun käme "die Fünfer-Bande" und er warne davor, die Bevölkerung, die sehr empfindlich sei in Bezug auf alles, was von außen käme, zu unterschätzen.

Gabriele Lindinger - ebenfalls Mitglied er Projektleitung - fragte den Zwischenrufer, ob er Künstler sei - was dieser verneinte - worauf ein anderer Besucher der Veranstaltung Frau Lindinger fragte, warum sie insistiere, ob der Frager Künstler sei und ob sie nur mit Künstlern spreche.
Nein, sie wolle nur wissen, ob der Herr ein Projekt eingebracht habe, worauf ihr vorgehalten wurde, dann müsse sie das eben kommentieren, aber nicht nur einfach fragen, ob der Besucher der Veranstaltung Künstler sei.

Abschließend forderte eine Dame, es sei nun angebracht, der ganzen Angelegenheit - Bewerbung Regensburgs um den Titel Kulturhauptstadt 2010 - Profil zu geben, wer auch immer es mache.

Wohl um weitere Irritation zu vermeiden, gab Markus Müller den Hinweis, man müsse, wie er als Westfale, gelassen bleiben und dass es Bier dort in der Ecke gebe.

Ceterum censeo: Die Projektgruppe lässt auch jetzt die Katze - vier Wochen nach ihrer Bestallung - nicht aus dem Sack, wie sie den Karren der Bewerbung Regensburgs um Kulturhauptstadt 2010, der bis zur Achse im Dreck steckt, noch bis Ende Februar/März 2005 flott machen will.

DH