Zur Meinungsfreiheit westlicher Gesellschaften zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
   
04.01.2010 - dradio.de

 

 

   

Thema des Tages:

Gotthold Ephraim Lessing -
am 22. Januar 1729 geboren - ...
 

 

 

 
     
 

.... war zusammen mit Ekhof das Aushängeschild für das Nationaltheater in Hamburg.

Immer wieder vorkommende Zwistigkeiten, gegeben durch die Prinzipalherrschaft,  waren der Grund, dass sich im Frühjahr 1767 eine Gruppe Hamburger Bürger zusammentat, um sich für die Schaffung eines Nationaltheaters zu verwenden.

Man entschloss sich, das Theater einem finanziell unabhängigen Leiter zu unterstellen, der nicht selber die besten Rollen spielen wollte, sondern sich dem Wohl des Gesamtunternehmens widmete, ohne dass es zu Reibereien innerhalb des Ensembles kam und ohne, dass sich kaufmännische und künstlerische Leitung in Permanenz in Fehde lagen und den Betrieb störten.

Ekhof war als Ausnahmespieler engagiert, der zu dem neu hinzu verpflichteten Lessing ein persönliches Verhältnis aufbauen konnte, um so einen Aufstieg des Theaters der Goethe-Zeit mit einem neu entwickelten Spiel- und Inszenierungsstil zu ermöglichen.

Lessing löste sich von der strengen Tragödientheorie des Aristoteles, vertreten durch die Dramen der französischen Klassik von Corneille und Racine und stellte diesen Shakespeare gegenüber.
 

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Währen die Werke der noch-barocken Zeit des Gottsched wie

Damon, oder die wahre Freundschaft
Der junge Gelehrte
Die alte Jungfer
Der Misogyn
Der Freigeist
Die Juden
Der Schatz

kaum noch gespielt werden, stehen

Emilia Galotti
Miß Sara Sampson
Philotas
Minna von Barnhelm
Nathan der Weise

nach wie vor dem Publikum angeboten werden.
 

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Gerade nach 1945 erhielt Lessing's Nathan einen besonderen Stellenwert, als die Gräuel des deutsche Rassenwahns noch gar nicht richtig, eben erst langsam, erfassbar wurden. Problematisch hier die Gefahr, über ein Schauspiel die Bewusstmachung und Verarbeitung von Schuld nur zu verdrängen. Spricht Nathan von Gath als der Stätte seines Unglücks, wo Christen ihm die Familie ermordeten, so weiß jeder - heute mehr noch als am 7. September 1945 als der 71-jährige Paul Wegener in der Regie von Fritz Wisten am Deutschen Theater in Ost-Berlin den Nathan spielte - dass hinter diesem Ort Theresienstadt, Auschwitz oder Flossenbürg stehen und die Worte des Patriarchen: "Tut, nichts, der Jude wird verbrannt" eben weil er ein Jude ist, die das Grauen noch verdeutlichen.
 

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http://heerrufer.de/Kritik_'Nathan_der_Weise'.htm
 

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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:

Ich verstehe diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

Dieter Hansing

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