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"Wenn
du mal nach Lambeth gehst,
mit uns auf der Straße stehst,
tanzt du
sofort nur noch den Lambeth-Walk..." |
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Theater Regensburg |
Me and my Girl
Mucical von Noel Gay |
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18.12.04 |
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1.)
4 Schritte in Tanzrichtung gehen,
Herr startet mit links, Dame mit rechts. Auf Taktteil 4 auf der Stelle kehrt um 180
Grad
2.)
4 Schritte gegen Tanzrichtung gehen, Herr macht kehrt um 180 Grad, Partner haken sich ein
3.)
4 Schritte eingehakt "Mühle" gehen, beiden machen kehrt um 180 Grad, Partner haken sich wieder ein
4.)
4 Schritte Mühle gehen, Ausgang beide in Tanzrichtung.
5.)
4 Schritte in Tanzrichtung gehen
6.)
Jeder hebt die äußere Hand und streckt den Zeigerfinger drohend aus.
Mit 4 Schritten volle Drehung in die Richtung (Herr Linksdrehung, Dame Rechtsdrehung)
7.)
Wie 6 mit anderem Zeigefinger und voller Drehung in andere Richtung. Partner enden mit Front zueinander
8.)
Auf 1, 2: In die Knie gehen, mit den Handflächen auf die Oberschenkel "trommeln"
Auf 3: Beine strecken
Auf 4: Arme über die Schultern schwingen mit Daumen
nach hinten zeigend, "Hoi" rufen
und nun das Ganze von vorne...
So, probieren Sie es aus, dann haben Sie die Novität der 30-er Jahre in
den Tänzen der Low-Society.
Der Lambeth-Walk ist ein kurzlebiger
Modetanz, der aus dem Volkstanz der Töpfer von Lambeth, London, 1935
entstanden ist und aus 'Me and my Girl' hervorgegangen
ist.
Dieses Musical aus den 30er Jahren von Noel Gay musste 1984 für eine
Wiederaufnahme durch umfangreiche Recherchen rekonstruiert werden.
Eine BBC-Radio-Aufzeichnung wurde herangezogen und die Erinnerungen
der Hauptdarstellerin aus dem Jahr 1937 waren eine wesentlicher
Beitrag, das Stück wieder auf die Bühne bringen zu können.
Natürlich ist es von Vorteil, wenn ein
Regisseur ein Stück mehrfach inszeniert und in einer Art Werkstatt,
Neues hinzuerfinden kann.
Wie ist es da dem Regensburger Theaterdirektor Ernö Weil zu
danken, dass er sich an seine Zeit in Coburg und Pforzheim erinnert
und nun in dritter Aufwärmung das Musical 'Me and my Girl' mitsamt
dem Regisseur auch den
Regensburgern darbietet.
Immerhin gibt es eine Reihe von Regieeinfällen, die deutlich machen,
dass Hartmut Forche seit seiner Zeit in den 70-er Jahren als
Regieassistent - damals noch am Landestheater Hannover - dazu
gelernt hat und es versteht, 'seine Truppen' in sinnvoller Weise zu
bewegen.
Beispielhaft aufgezeigt: die Führung des Chores, der Statisten und
Kleindarsteller in den Massenszenen, aufgelöst in
Einzelaktionen, die Demontage des Autos im ersten Bild oder die
Auftritte der historischen Gestalten oder der Abtransport des
Genealogie-Handbuches - durchdacht, erprobt und gut dargestellt.
Die Bühne von Dieter Stegmann ermöglicht auf dem Drehteller schnelle
Szenenwechsel, die Kostüme von Ellen Haub zeit- und stückgemäß -
auch elegant bis hinunter zu den Küchenfeen.
Knapp bis zur Pause
stellt sich aber doch die Frage, na, kommt der Kahn mal in
Schwung ?
Dann holt das Schiff mit dem Lambeth Walk - das Wenige, was von dem
Stück in Erinnerung der breiten Massen geblieben ist - doch noch
Fahrt auf.
Entscheidend trägt hierzu die Gruppe um Ballett-Chef Olaf Schmidt
bei, die mit ihren Step-Einlagen das Tempo erhöht, denn die
Auftritte, Dialoge und Anschlüsse gehen zeitweilig nur sehr
schleppend voran. So bleibt es den 'alten Hasen' Silvia van Spronsen
und Bertold Gronwald überlassen, das Stück zu ziehen.
Natürlich sind den steppenden Regensburger Hauptdarstellern, der 'Zuckerpuppe' Ilonka Vöckel und
Karsten Münster mit seinen akrobatischen 'Fallszenen' - ausdrucksstark die
zickige Nummer mit dem Hermelinfummel - das Gros dieses
unbestrittenen Erfolges zuzuschreiben.
Gerade bei Herrn Münster fällt auf, wie er dank seiner großen Spielastik Rollen gestaltet. Hier sei erinnert an den Auftritt Monostatos vor Nr. 13 in der Zauberflöte. Er zelebriert die
Qual nach den 77 Sohlenstreichen zu einem Kabinettstück.
Natürlich liegen auch Gefahren in einem zu deutlichen Ausspielen der
Situationen, dass es dann doch 'einer zu viel' wird.
Ansonsten herauszuheben aus dem großen Ensemble von Mitgliedern des
Musiktheaters und des Schauspiels:
Oliver Severin und Heinz Müller mit Ihren 'real british'-Szenen,
Thomas Brinkel als Charles - er erinnerte an Martin Jente als
Butler, wenn er am Ende der zeitlich meist überzogenen Sendung
'Einer wird gewinnen', Joachim Kulenkampff den Mantel brachte - und
die Charakterstudie von Andrea Mink als Zimmer vermietende Mrs.
Brown.
Daneben souverän: Martin-Jan Nijhof, der neue Bassist und Christiana
Knaus-Waldmann, die Regensburger Musical-Erprobte.
Wie schön, dass der Regensburger Theaterdirektor über seinen
Schatten sprang und sie, wie auch Bertold Gronwald - obwohl beide
aus der Ära Marietheres List stammen - wieder engagiert hat.
Melanie Schneider in Regensburg 'Königin', 'Nedda' und 'Annina' -
sieht sie hier nicht aus, wie die junge Gessendorf am 14.03.1967 in
Bonn neben Werner Hollweg als 'Zephoris' in 'Si j'étais roi' von
Adolphe Adam ?
Damals war die Welt noch in Ordnung. Heute fallen dem Regensburger
Theaterdirektor die Tenöre durch Stress, deren falsche oder gar keine
Gesangstechnik, des Theaters zu enge Vorstellungsfolge, falsche Rollen in
falschen Stücken um oder reisen ab wie jetzt geschehen bei einer
Probe zu Carmen.
Das Regieteam hatte den Sänger mitgebracht, nachdem die hauseigenen
Tenöre eben wegen Überforderung nicht zur Verfügung stehen und nun
gefiel der Regisseurin nicht das, was der Tenor bei einer Probe machte - vielleicht
war der von ihr vorgegebene Wimpernschlag des Don José nicht deutlich genug - sie
wurde laut, der Tenor entschwand und ward nicht mehr gesehen.
Nun, das ist nicht der erste Sänger, der abreist und sicherlich
stehen bald 'Schlangen von Don Josés' vor dem Haus, um die Rolle auf
der Basis 'Regensburger low budget' auch noch in französischer
Sprache zu singen.
Wenn die 'Theaterfachleute' in den oberen Etagen sich da mal
nicht täuschen.
Das Theater hat kein Geld, aber Regensburg muss ja eine Stadthalle
am Donaumarkt bauen wollen und sich von Auswärtigen die teure Bewerbung
2010 überstülpen lassen.
Trotz aller Querelen im Haus - 'Me and my Girl' wird in Regensburg
sicher Erfolg haben - und dem Theater 'das Parkett' füllen, was ja bei den
'Rennern' Cavalleria und Bajazzo nicht bei jeder Vorstellung
gelingt.
DH |
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