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Die Regierungszeiten
1.
Romulus 753 v.Chr.-715 v.Chr.
2. Numa Pompilius 715 v.Chr.-673v.Chr.
3. Tullus Hostilius 673 v.Chr.-641 v.Chr.
4.
Ancus Marcius 641 v.Chr.-616 v.Chr.
Der Schwank 'Der Raub
der Sabinerinnen' von Franz und Paul Schönthan, vor 120 Jahren uraufgeführt, hält sich im Spielplan - ist seit 1884
unverwüstlich und erfreut die Theaterleute selber wie auch das
Publikum zu jeder Zeit, auch unter schwierigsten Bedingungen.
Bereits drei Wochen nach Kriegsende - am 27. Mai 1945 - spielte Hans
Hermann Schaufuß im wiedererstehenden Berlin den Striese im
Renaissance-Theater.
Jetzt, in diesen Wochen ist das Stück auf der Bühne der Theater in
Karlsruhe, Bielefeld, Rostock, Hof, Passau und natürlich auch in
Regensburg - nachdem es erst vor 10 Jahren als Inszenierung von
Rudolf Zollner gezeigt wurde. Für Februar 2005 hat Sepp Köpplinger
den ehemaligen Regensburger Oberspielleiter für eine Regiearbeit mit den Sabinerinnen an das Theater
in St. Gallen engagiert.
Rahmenhandlung für das Werk sind die ersten Jahre Roms.
Die Gründung einer neuen Stadt, die
das Brüderpaar Romulus und Remus an der Stelle am Tiber planten, an
der sie ausgesetzt wurden, war mit einigen Problemen behaftet. Nicht
nur dass Romulus seinen Bruder Remus umbrachte, weil der bei der
Vogelschau meinte, die Geier, die für dieses Orakel um als
Stadtgründer Roms in die Geschichte einzugehen, notwendig waren,
zuerst vom Palatin aus gesehen zu haben, Romulus aber die meisten am
Himmel über dem Aventin entdeckt haben wollte, mangelte es auch an
Frauen in der neuen Stadt. Nur Gastarbeiter, Räuber und Verbrecher
waren in den Neubauvierteln zugange.
Romulus entschloss sich ein Fest zu veranstalten, um den
Nachbarvölkern Gelegenheit zu geben, die neue Stadt zu besichtigen.
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Auch die Sabiner kamen
und da die Sabinerinnen besonders erfreulich aussahen, schlugen die
Neu-Römer die Sabiner-Männer in die Flucht und behielten die Sabinerinnen.
Daraufhin bereiteten die
Sabiner bald einen Rachefeldzug unter der Führung ihres König
Titus Tatius vor und belagerten die Stadt Rom. Sie griffen die
Römer auf dem Feld unterhalb von den Hügeln Kapitol und Palatin an
(das spätere forum romanum). Während des Kampfes warfen sich
die Sabinerinnen zwischen die Kämpfenden, da sie nicht wollten, dass
ihre Ehemänner und ihre Väter sich abschlachteten. Auf diese Weise
wurde der Krieg beendet, die Römer und Sabiner vereinigten sich zu
einem Volk, kürten Rom zu ihrer Hauptstadt und unterwarfen sich
einer Doppelherrschaft von Romulus und Titus Tatius.
Das ist der
legendenhafte Hintergrund von Franz und Paul von Schönthans
Lustspiel 'Der Raub der Sabinerinnen'.
Historisch belegt ist nur die Unterwerfung der Sabiner durch Rom im
Jahr 290 v. Chr. und die Verleihung des Bürgerrechts an die Sabiner
268 v. Chr.
Die Paraderolle des
Theaterdirektors Striese ist für jeden Komödianten
ein highlight - wobei nicht nur Herren gemeint sind.
www.volkstheater-rostock.de
Ein Schwank von Franz und Paul von
Schönthan
Der Raub der Sabinerinnen
Neubearbeitet unter reichlicher Verwendung reizender
Anekdoten von Curt Goetz
Wiederaufnahme
Spielzeit 2004/2005
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Katharina Thalbach
als Striese.
Die Figur des Theaterdirektors, ist zu einem Begriff geworden für
einen unermüdlich für das Theater kämpfenden Mann und das
ist ein Thema, womit sich die Theaterleute nach über
einhundert Jahren mehr herumschlagen müssen, als ihnen
lieb ist. Das Volkstheater Rostock präsentiert den
umwerfenden Schwank in ureigenster Sache: ein Stück über
die Mühen, den Schweiß, das Chaos, die Anarchie, aber auch
über die Begeisterung, die Besessenheit und den Glauben -
an das THEATER. |
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Auch dieses Stücks bemächtigte sich der Film in
der Nachkriegszeit.
Der Raub
der Sabinerinnen 1954,
Regie: Kurt Hoffmann,
Buch: Emil Burri
und Johannes Mario Simmel,
Kamera: Albert Benitz,
Musik: Ernst Steffan,
Produzent: Artur Brauner.
Mit: Paul Hörbiger, Gustav Knuth, Fita Benkhoff, Loni Heuser, Bully
Buhlan, Anneliese Kaplan, Ruth Stephan, Ernst Waldow, Hans Stiebner,
Edith Hancke.
Nach der Bearbeitung des Stückes durch Curt Götz hat Emanuel Striese
eine Frau namens Luise, die natürlich von seiner Frau Valerie von
Martens gespielt wurde.
Das Drehbuch des Films weicht weitgehend von der eigentlichen
Verwechslungskomödie ab und setzt den Schwerpunkt auf die
Theatergeschichte um die Aufführung des Stückes: Der Raub der
Sabinerinnen. Neben Gustav Knuth als Striese spielt Fita Benkhoff
die tragende Rolle als Frau Luise Striese, während die Rolle der
Frau Gollwitz - dargestellt von Loni Heuser in den Hintergrund
tritt. Auch hat Professor Gollwitz hier nur die Tochter und die
Liebesgeschichte mit Emil Gross wird zur Nebensache. Den
Dr. Neumeister und seine Frau Marianne geb. Gollwitz kommen im Film
ebenfalls nicht vor. Die Rolle der Rosa wird insofern aufgewertet,
als sie von Ruth Stephan gespielt wird und diese der
Striese-Theatertruppe beitritt und mit auf Reisen geht. Dass im
Original vorgegebene Stammhaus in Neustadt als ständige Bleibe wird
nicht übernommen.
Ein regelrechtes Machwerk stellt die italienische Produktion dar,
die
den eigentlichen Raub d.h. die Rückbehaltung der Sabinerinnen als
Love Story thematisiert.
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Cinema Colossal ist eine
Verfilmung des Stoffes mit
Roger Moore, Milene Demongeot, Jean Marais
als DVD bei
http://www.musikvertrieb.at
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Das Theater
Regensburg stellt das Stück in der Inszenierung von
Oberspielleiter Michael Bleiziffer vor, es ist - nach der
'Orestie' - die zweite Produktion des Schauspiels zum
Regensburger Theater-Jubiläumsjahr 1804 - 2004.
Er wählt eine Fassung von Stefan Meuschel, der im
Regensburger
Con Brio Verlag für
die Zeitschriften 'Neue Musik Zeitung' und 'Oper und Tanz' tätig ist. |
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Jacques-Louis David (1748-1825)
"Le combat des
Romains et des Sabines interrompu par les femmes
sabines"
1799
Öl auf Leinwand,
385 x 522 cm
Paris, Musée du Louvre |
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Theater Regensburg 24.11.04
Die Schwarzen |
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Inszenierung |
Michael Bleiziffer |
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Bühne |
Ingrid Erb |
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Kostüme |
Bianca Schmidt-Hedwig |
Die
Darsteller |
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Martin Gollwitz |
Peter Heeg |
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Friederike Gollwitz |
Doris Dubiel |
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Marianne Neumeister |
Anja Carolin Pohl |
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Paula Gollwitz |
Anne Dörnte |
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Leopold Neumeister |
Michael Haake |
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Karl Groß |
Christian Ballhaus |
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Emil Groß |
Oliver Severin |
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Emanuel Striese |
Martin Hofer |
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Rosa |
Simone Haering |
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Ein zeitloses Stück um das
Theater, Michael Bleiziffer, als mit 100 Inszenierungen
erfahrener Regisseur, ein talentiertes Ensemble - sind die
Ingredienzien für eine Mischung, die aufgeht wie ein guter
Hefeteig und den Erfolg beim Publikum sichert.
In einem gerade für schnelle Umbauten sinnvollen
Bühnenbild von Ingrid Erb - zwei Innenräume auf einer
Drehbühne, zwischen diesen der Blick auf die Fassade eines
Gebäudes mit vorgelagertem Springbrunnen, Regensburgern
nicht unbekannt.
Der Zeit des Stückes - in dem es spielt - gemäße, elegante
Kostüme von Bianca Schmid-Hedwig, die einheitlich -
typisch Bleiziffer - den Abend über aushalten müssen. Hier
sei beispielhaft an die Einheitsadjustierung der Elisabeth
I in 'Maria Stewart' und das gerademal Zweifachkostüm der
Milliardärin Claire Zachanassian im 'Besuch der alten
Dame' erinnert.
Dass Theaterdirektor Striese behauptet, sein
Blümchenkaffee mache keine Flecke, kann nicht für bare
Münze genommen werden, sieht man ihn in Frack und Fummel,
mit Zylinder und Lackschuhen.
Und der soll sich keinen richtigen Bohnenkaffe leisten,
keine oder wenig Gage an seine Schauspielertruppe zahlen
können? Steckt der die abendlichen Theatereinnahmen in die
eigene Kledage?
Martin Hofer hat als Schweizer seine Mühe mit der
sächsischen Sprache des Striese - von einem Dialekt kann
niemand sprechen - die schon als Normalbürger kaum
jemand versteht - wie soll da jedes Wort beim Publikum
ankommen. So muss er gegen sich selber anspielen.
Auch die Rosa von Simone Haering ist mit Akzent belastet -
mal hört es sich wie russisch an, mal böhmakelt sie, die
resolute Haushaltshilfe käme in verständlichem Deutsch
besser 'rüber' und würde der Rolle dennoch gerecht.
Bei beiden fällt auf, wie die Sprachbildung hier zu sehr
vom Rachen übernommen wird, sprächen beide mehr vorne,
würden die Konsonanten betont, hätte das Publikum mehr vom
Wortwitz des Textes und die Darsteller täten sich
leichter, anzukommen.
Interessant, dass der so allumfassend wissende - wie er zu
sein glaubt - Regensburger Theaterdirektor, hier nicht die
entsprechenden Hinweise gab. Schließlich ist alles ja auch
sein Erfolg oder Absturz, wenn Produktionen positiv oder
negativ beurteilt werden.
Christian Ballhaus als Weinhändler Groß ist mit seinem
Berlinerisch gut bedient - auch hier unterstützt der
Dialekt die Gestaltung der Figur. Bei ihm ist allerdings
das Gutturale in der Wortbildung nicht ausgeprägt und so
versteht jeder, was er sagt.
Dass sein Sohn Emil - Oliver Severin so gut Deutsch
spricht, liegt wohl daran, dass der im Stück gleich zum
Theater ging und dieser Longinus die richtigen Flötentöne
von diversen Schauspielerinnen beigebracht bekam.
Hamlet und Orest, nun hier als Dr. Neumeister - ein
ungewohnt fideler und komisch-schrulliger Michael Haake.
Doris Dubiel, beim Schlussapplaus zum Can-Can die Röcke
schwingende Mutter, den Haushalt Gollwitz beherrschend.
Unvergessen ihre Tödin im gerade noch einmal in den
Spielplan aufgenommenen 'Mein Kampf' von Tabori.
Anja Carolin Pohl als Gollwitz-Tochter Marianne, die als
um die Vergangenheit des Ehemannes ringende Frau Dr.
Neumeister und neben ihr keck und voll jugendlichem
Liebreiz die Paula Gollwitz von Anna Dörnte.
Beide als Neuverpflichtungen ein Gewinn für das Publikum
und sicher auch in ihrer Kollegialität fürs Ensemble.
Er, der Gollwitz, von Peter Heeg - umständlich, tüddelig,
weltfremd - alt-professoral eben. Bruscon, Nathan in
anderem Kostüm.
In der Matinee bedauerte Regisseur Bleiziffer, dass die
Luise Striese nicht auftritt. Er würde gerne diese Frau
kennen lernen wollen.
Wenn denn nun schon umgeschrieben und das Werk als
Lokal-Novität gespielt wird, warum wurde dann nicht dem
Wunsch des Regisseurs entsprechend für eine 'Regensburger
Fassung' eine Frau Striese 'eingebaut'? "Merkwürd'ger
Fall!"Was
wäre das für eine Rolle für Renate Hünlich - man stelle
sie sich vor, Wandbehänge, Gardinen im Hause Gollwitz für
Kostüme zusammenklaubend oder am Schluss den
Doch-Erfolg schildernd.
Es wär das Tüpfelchen auf dem I.
Das Ganze ein vergnüglicher Regensburger Abend - wenn auch
etwas 'mit schwerem Atem'. Es ist etwas anderes, macht man
fast nur gewichtige Klassik, dann leichte Kost zu spielen
und als Inszenierung servieren zu wollen.
Das gilt gleichermaßen bei Oper und ihr gegenüber
gestellt, der Operette.
Phantasie reklamierte Oberspielleiter Bleiziffer bei der
Matinee als Einführung in den 'Raub der Sabinerinnen',
nicht die Millionen allein hielten das Theater am Leben.
Ein Tenor ist im Musiktheater eben teurer, als sein nur
sprechender Kollege.
Und wenn SängerIn dann auch noch mit den falschen Rollen
belegt wird, krank wird, aussteigt - wird es mit den
zwangsweise hinzu zu verpflichtenden Gästen teuer und im
Endeffekt noch teurer als budgetiert.
Aber das weiß eben ein erfahrener umfassend wissender
Intendant, macht den entsprechenden phantasievollen
Spielplan, abgestimmt auf das Ensemble, das er nun mal
bezahlen kann oder hat Geld genug, rollenadäquate
Besetzungen durch Gäste zu realisieren.
Phantasie ist hier gefragt und nicht 'ich will einen
Spielplan machen, der in den Veröffentlichungen 'Deutsche
Bühne', 'Opernwelt', 'Opernglas' etc. gut aussieht'. Egal
wie meine Leute damit zurecht kommen.
Ex und hopp, ist der/die Eine am Ende, kommt wer anderes.
So einfach ist das heute nicht mehr.
Es wird sich zeigen, wie in der nächsten Spielzeit
Holländer, Giovanni und Maskenball besetzt werden.
Mit Recht fragt Theaterdirektor Striese in der
Regensburger Sabinerinnen-Fassung besorgt, wie so Mancher
Intendant wird.
Jetzt schon sehrt einen die Sorge, wie mit dem
kümmerlichen Budget, große Oper gemacht werden soll.
Aber
Regensburg braucht ja unbedingt eine Stadthalle, die dann mit ihren
monatlichen Kosten keiner bezahlen kann, für die eine
Bedarfsberechnung bisher nicht veröffentlicht wurde und meint
natürlich auch, bei Europäischer Kulturhauptstadt 2010 ohne
ausgeprägte über die Region hinausragende
Theaterreputation mitmischen zu müssen.
DH |
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