Theater Regensburg 07.04.05

"Peer, du lügst"

 

 
         
   
     
 
  Henrik Ibsen
 

Peer Gynt

Ein dramatisches Gedicht in fünf Akten
   
Nach Meinung des Schauspieldramaturgen Rolf Ronzier am Regensburger Theater,  dargeboten während des Einführungsvortrages am 3.4.05, wolle man nach 'Faust I' und 'Faust II', der 'Orestie' sich nun des 'Peer Gynt' annehmen, bevor man sich wohl noch zuzuwenden habe: Karl Kraus 'Die letzten Tage der Menschheit' und Claudel's 'Der Goldene Schuh', womit man dann in Regensburg alles gespielt habe, was im Bereich des für ein Stadttheater Größenwahnsinnigen liege.
Immerhin wolle sich das Theater Regensburg über den 'Peer Gynt' weiter mit dem faustischen in der Literatur beschäftigen, so eben wie schon geschehen, mit den beiden Faust-Teilen, Mahlers Achter in der letzten Spielzeit und nun gerade mit Boïtos 'Mefistofele' im Musiktheater.
Der Plan, den 'Peer Gynt' auf die Regensburger Bühne zu bringen, reicht laut Oberspielleiter Bleiziffer weit zurück, noch in die Zeit als Adele Neuhauser Mitglied des Ensembles war.
Fakt ist: Mit ihrem Mephisto bewegte sie die Regensburger Theaterwelt außerordentlich, als Elisabeth I., Lady, Medea und in 'Master Class' war sie die kraftvolle Darstellerin. Aber eben auch als Callas, was dann zur Rolle der gebrochenen, gedemütigten, stimmlosen Frau Maria aus Sicht eines Teils der Öffentlichen Meinung nicht passte.

Michael Bleiziffer führte weiter während der immer mit Interesse seitens der Bevölkerung angenommenen Einführungs-Matinee aus, dass es natürlich die Aufgabe eines Oberspielleiter sei, für das Publikum zu spielen, aber die Auswahl der Stücke dann doch immer etwas Persönliches sei.

So habe er bereits in seinen ersten Jahren in Regensburg, den Hang zu 'Peer Gynt', Martin Hofer als damaligem Faust und eben Adele Neuhauser mitgeteilt, getragen durch die Begeisterung, die er selber durch seine Inszenierung des Faust I in der Stadt ausgelöst hatte, dieses Stück machen zu wollen. Ganz abgesehen davon, sei diese Spielzeit nun eine festliche begangene Jubiläums-Periode, zu der ein solches Stück passe.

'Peer Gynt', ein sehr ausuferndes Werk, eine Mischform aus verschiedene Genres wie Rührstück, Märchen, Gesellschaftssatire, philosophisches Drama zeigt das Leben einer halbmythischen, halbabenteuerliche Gestalt des norwegischen Volkes der neueren Zeit.
Ibsen nutzte die Beschäftigung mit dem Thema zur Abrechnung mit den Verhältnissen in der norwegischen Gesellschaft, mit deren Willenschwäche, mit deren Selbstzufriedenheit, Selbstgenügsamkeit frei nach dem Text: "Troll sei dir selbst genug." In diesem Trollreich spiegelt sich das damals typische Verhalten der Norweger wider, dessen Bequemlichkeit, Selbstlüge, Egoismus Ibsen anprangerte und zu bekämpfen suchte.
Dabei zeigt er die psychischen Auswirkungen den der Übergang aus einer bäuerlichen zu einer Industriegesellschaft mit sich brachte und kritisiert das aufstrebende kapitalistische Bürgertum, das im Zuge des technischen Fortschritts auf der Suche nach immer mehr Profit auch vor Ausplünderung, militärischen Übergriffen nicht zurückschreckte.
Wurden auf der einen Seite in Norwegen noch alte Traditionen gepflegt, stand diesem Verharren die Neuzeit mit ihren technischen Entwicklungen gegenüber
Die 27 Jahre im Ausland schärften den Blick Ibsens für die Umwälzungen in seiner Heimat Norwegen. Die Distanz zu seiner Heimat - räumlich wie zeitlich - machte ihn nicht frei von Bedrückung über das Leben seiner Landsleute, es lähme den Geist und den Willen, es sei der Fluch der kleinen Verhältnisse, das die Seelen klein mache.
Aber die Entfernung ermöglichte Ibsen, das Gesehene für andere in ein Stück einzubringen, das er selber anfänglich für unaufführbar hielt.

Hermann Bahr fasste diese Eindrücke zusammen, dass die Norweger in Ibsens karikierender Peer- Gynt-Dichtung in rotwangiger Selbstzufriedenheit erscheinen, da sie sich selbst genug seien und darum alles loben, was ihnen eigen ist, so unbedeutend es auch sei. Entscheidungen gingen sie aus dem Weg wobei sie dann mit ihrer Phantasterei und Aufschneiderei als Nationallast behaftet seien.
Selbst wenn sich die Zeit seit der Entstehung des Stückes grundlegend geändert hat, bleibt der Typ des Menschen 'Peer Gynt' auch heute interessant, als er uns tagtäglich begegnet.
Und so lässt, wenn etwas nicht geklappt hat, sich "wie mancher hier" von den Stadtoberen einreden: alles ist schön, alles wird gut oder 'Der Weg ist das Ziel', 'Scheitern als Chance' etc., etc.



Historische Aufnahme
Will Quadflieg als Peer Gynt

"Peter Zadeks Inszenierung ist ein Fest für die Schauspieler und ein sinnliches Ereignis für das Publikum. Es erlebt Uwe Bohms Peer Gynt als einen Träumer, den die Phantasie davonträgt, einen Muttersohn und Mutterquäler. Auch die Mutter Aase der Angela Winkler ist in ihren jähen Wechseln zwischen mütterlicher Hingabe an den Sohn und Verzweiflung über dessen Nichtsnutzigkeit ein Bühnenereignis.
Beeindruckend aber ist vor allem, wie es Zadek mit einem hervorragend aufgelegten Ensemble gelingt, Bühnenereignisse nicht zu illustrieren oder zu kommentieren, sondern sie tatsächlich zu erspielen. So verwandelt sich die Mannschaft von der Hochzeitsgesellschaft in die Gemeinschaft der Trolle, von den Irrenhausinsassen in die Trauergemeinde, von den tierischen Bewohnern Afrikas (Affen) in das nasse Element einer Seereise (Wellen)." (Deutschland Nachrichten zur Inszenierung am BE 2004)

Eine Reise um die Welt und die eines ganzen Lebens stellt Henrik Ibsen (* 20. März 1828 in Skien/Norwegen; † 23. Mai 1906 in Christiania) damaliger Name von Oslo) in seinem 1876 dort uraufgeführtem Werk dar.
Der wunderlich missratene Sohn bringt die Mutter Aase zur Verzweiflung, sie kann kaum das Leben fristen und doch gelingt es Peer immer wieder, sie in seine Phantasien einzubinden - gegenseitig werfen sie diese sich zu - dass sie beide den Tag vergessen.
Der Spott der ganzen Region ist der Bauernjunge, jeder kennt seine Prahlereien und wie er sich das Leben zurechtlügt und wie er ihm wohlwollende Menschen vor den Kopf stößt. Er zieht fort, will irgendwo Kaiser werden, kehrt erst nach Abenteuern in der Welt als Alter zurück und findet zu Solvejg, die auf ihn gewartet hat.

 

Henrik Ibsen schildert Einen, der sich selber sucht, sich selber belügt, von sich ablenkt,  und sich nicht finden kann.
Mit Allegorien und Wesen aus der norwegischen Fabelwelt schmückt er das Werk aus, ohne zu vergessen, die spätere gesellschaftskritische Haltung einzunehmen.

    
 

Ibsen sieht die Raffgier der Menschen, die Ausbeutung der Welt, den Massentourismus schon im 19. Jahrhundert voraus und attackiert die hinterwäldlerische Lebenseinstellung seiner Landsleute, die sich mit Branntwein und Lügen trösten: "Peer, das seid ihr!" So ist das Werk ein Spiegel, das Ibsen dem norwegischen Volk vorhält.

Im Gegensatz zu dem selten gespielten früheren Werk 'Brand', der an seinem 'alles oder nichts' scheitert, begnügt sich Peer Gynt mit Halbheiten - er, der sich selbst genug ist und damit ohne er selbst ganz zu werden.

Von seinem Weg durch die Welt zurückgekehrt, ohne am Ende zu wissen, wer er eigentlich ist, findet Peer Gynt 'Erlösung durch Liebe' im Schoße der wartenden, unberührten Geliebten. Er wie Faust und wie bei Richard Wagner der 'Tannhäuser',  wie 'Der fliegende Holländer' - sie entgehen dem Untergang durch das 'Ewig Weibliche'.

 

Am 24. November 1938 hatte die Oper Peer Gynt in einer freien Nachgestaltung von Werner Egk (1901- 1983) Premiere an der Lindenoper in Berlin.
Der Komponist und hier gleichzeitig auch Textdichter hatte das Ibsens-Original auf 3 Stunden Spielzeit zusammen gestrichen, aber auch erweitert um eine Anklage durch die bösen Taten Peer Gynts. Ist die Hauptfigur im Schauspiel eine unentschlossene und willensschwache, so wird in Egk's Oper Peer Gynt's Leben durch die Macht der Trolle schicksalhaft beeinflusst, der Mensch also ein Spielball äußerer Einflüsse.

   
Edward Grieg wurde 1874 von Henrik Ibsen um eine Bühnenmusik für sein dramatisches Gedicht 'Peer Gynt' gebeten. In der Folge entstanden 24 Miniaturen zu Ibsens Schauspiel. Grieg bezweifelte aber, dass sich das Schauspiel 'Peer Gynt' außerhalb Norwegens würde durchsetzen können. Später bezeichnete er die Handlung von 'Peer Gynt' sogar als den "unmusikalischsten Stoff von allen". Um seine Komposition vor dem Untergang zu bewahren, entnahm Grieg einige der Miniaturen der Schauspielmusik, bearbeitete sie neu und setzte sie zur Orchester-Suite zusammen. Aufgrund des großen Erfolges der 1. Suite (Opus 46) in den Musikzentren der Welt entschloss sich Grieg zu einem zweiten Auszug aus seiner Bühnenmusik, welcher heute als 2. Suite (Opus 55) vorliegt. Die Reihenfolge der einzelnen Sätze der Suiten folgt nicht mehr der Handlung des Dramas. (AOZ-Archiv)

   

 
 Die Figuren der Handlung

Aase, eine Bauerswitwe
Peer Gynt, ihr Sohn
Zwei alte Weiber mit Kornsäcken
Aslak, ein Schmied
Hochzeitsgäste. Küchenmeister. Spielleute usw.
Ein zugewandertes Bauernpaar
Solvejg und Klein Helga, dessen Töchter
Der Haegstadbauer
Ingrid, seine Tochter
Der Bräutigam und seine Eltern
Drei Säterdirnen
Ein grüngekleidetes Weib
Der Dovre-Alte
Ein Hoftroll. Mehrere andere Trolle. Trolljugend beiderlei Geschlechts
Ein paar Hexen, Erdgeister, Zwerge, Kobolde usw.
Ein hässlicher Junge. Eine Stimme im Dunkel. Vogelschreie
Kari, eine Häuslersfrau
Master Cotton
Monsieur Ballon
Die Herren von Eberkopf und Trumpeterstraale, Reisende
Ein Dieb und ein Hehler
Anitra, die Tochter eines Beduinenhäuptlings
Araber, Sklavinnen, tanzende Mädchen usw.
Die Memnons-Säule (singend)
Die Sphinx von Gizeh (stumme Person)
Begriffenfeldt, Professor, Dr. phil., Vorsteher des Tollhauses zu Kairo
Huhu, ein Sprachreformer von der malebarischen Küste
Hussein, ein morgenländischer Minister.
Ein Fellah
mit einer Königsmumie
Mehrere Tollhäusler nebst ihren Wärtern
Ein norwegischer Schiffskapitän und seine Mannschaft
Ein fremder Passagier
Ein Geistlicher.
Ein Leichengefolge.
Ein Amtmann.
Ein Knopfgießer

Eine magere Person
 

 
 Die Besetzung der Hauptrollen
 07.04.2005
 Theater Regensburg
 Aase  Silvia van Spronsen
 Peer Gynt  Valentin Stroh (Akt I-III)
 Martin Hofer III,7/Akt IV und V
 Solvejg  Anna Dörnte
 Ingrid  Karolina Thorwarth
 
     

 

 
 'Die Schwarzen' am 07.04.05 in Regensburg
 
 Inszenierung  Michael Bleiziffer
 Bühnenbild  Konrad Kulke
 Kostüme  Uschi Haug 
 Licht  Klaus Herbert Welz
 Dramaturgie  Rolf Ronzier
   

 


Wie es uns gefallen hat

Ein Spektakel aus dem 19. Jahrhundert oder ein sehr heutiges Stück, was holt uns dieser Michael Bleiziffer auf die Regensburger Bühne? Sein Peer Gynt, der seine Lebenszeit vergeudet, verspielt er ebenso unsere Theaterzeit? Er lässt uns mit auf die Lebensstrecke gehen, als Begleiter dieses rastlosen Globetrotters, der gestartet ist, um König oder gar Kaiser zu werden und doch als Kaiser der Selbstsucht und König der Irren endet. Peer, der als begnadeter Aufschneider vor dem Herrn und der nordischen Dorfgemeinschaft gilt, macht sich auf den Weg, auf die Suche und findet spät, fast zu spät, das wahre Kaisertum, verkörpert durch die Werte, für die Solvejg steht: Glaube, Liebe, Hoffnung. Oft als nordischer Faust kategorisiert, und damit bestens ins diesjährige faustische Spielplan-Konzept von Intendant Ernö Weil passend, beschreitet Peer den entgegengesetzten Weg: entfernt sich Faust in seinem Erkenntnisdrang von diesem Wertekanon, erkennt Peer darin letztlich dessen Krönung. Nicht bleibt wie es ist, nur eine Konstante begleitet sein Rastlosigkeit: Solvejgs Zuneigung. Und somit wirft Bleiziffer durchaus heute mehr denn je gültige existentielle Fragen nach dem wohin auf. Was bleibt und wie gestaltet sich die Lebens(zwischen)bilanz jedes Einzelnen? Sind es Peer ähnliche Träume, aus denen heute Lebensfäden geknüpft sind? Und wie sehr muss man Visionär sein in dieser Zeit, wie sehr sich Verbiegen, um ans Ziel zu kommen. Peer Gynt ist bei Bleiziffer so ein Mensch, der sich überall einfügt, anpasst, um vorwärts zu kommen auf der von ihm selbst vorphantasierten Lebensleiter. Letztlich stellt er fest, er hat an seinem Leben vorbeigelebt, seine Individualität blieb auf der (Lebens)strecke. Viele Regisseure vor dem Regensburger Oberspielleiter hatten Vorstellungen, wie dieser Peer auf die Bühne und durch das Leben schreiten muss. Vor 35 Jahren ließ Peter Stein an der Schaubühne ganze sechs Peer aufmarschieren, bei Kresnick in Salzburg waren es ihrer drei und Bleiziffer lässt wie Hasko Weber in Stuttgart zwei aufmarschieren. Als ob einer die Last nicht tragen mag, bestreitet bis zur Pause nach dem dritten Akt und dem Tod von Aase Valentin Stroh diesen Part, während Martin Hofer auf die irrende Weltreise über den großen Teich, in die Wüste, auf archäologische Stippvisite in Ägypten und via Psychiatrie wieder im heimischen Norden landen darf. Hier setzt die Frage nach dem Warum dieser Doppelung an. Ist doch eben die selbstgenügsame Unverrückbarkeit das konstante Markenzeichen dieses Phantasten, der erst in der berührenden Abschlussszene zur Erkenntnis gelang, dass eine eigene Identität nie allein, sondern nur in der Sozialisation definiert werden kann.

Valentin Stroh und Martin Hofer eint, dass sie in der Regensburger Inszenierung trotz inhaltlicher Schwere und Dominanz ihre 22 Mitstreiter nicht an die Wand spielen und zur Staffage ihrer beeindruckenden Auftritte degradieren. Das schafft liebevoll herausgearbeitete hochambitionierte Szenen für die Wegbegleiter ihrer Geschichte. Und wie die Lebensgeschichte zusammenfassend, lässt der Regisseur die Figuren, die Peer begleiteten, im Irrenhaus hintersinnig wieder auftauchen. Hofer gefällt in den verhaltenen Momenten, aber auch im Absoluten seiner Überlebenshandelns. Stroh, der sich bei der Premiere erst einmal warm spielen musste und in der Anfangsphase bei Artikulation und Textsicherheit kleinere Defizite offenbarte, arbeitet darstellerisch gekonnt die fast pubertätspotenzstrotzende Kraft heraus, mit der er Ingrid (Karolina Thorwarth) entführt, sexuell beglückt und fallen lässt. Die emotionalsten und glaubwürdigsten Momente hat Stroh in der Zwiesprache mit seiner Mutter Aase. Sie kauft Peer seine wilden Geschichten ab, die er vom Elch erzählt. Und er kehrt noch einmal aus seiner Waldfluchtstätte heim, um sie liebevoll mit der Kraft seiner unbegrenzten Phantasie glücklich in eine bessere Welt zu flunkern.. Welch ein Gegensatz zur tristen Lebenswüste, die Peer noch erwartet. Ihre Aase hat das Leben und die Liebe zu einem Mann gebeutelt, der den Wohlstand wie das ausgetrunkene Glas an die Wand warf. Mühsam hangelt sie sich auch äußerlich davon gezeichnet, durch die Widrigkeiten des Lebens und bleibt dabei stets die hinwendungsvolle, liebende Mutter. Silvia van Spronsens Aase bekommt so die Kurve, aus der das Leben Peer treibt.

Bis auf Solvejg in der Person der sehr sensibel agierenden Anna Dörnte verblassen dagegen die anderen Frauendarstellerinnen, die darstellerisch eher in Pastell gezeichnet sind. Die Trollfrau, die Peer schwängert, wirkt in der Gestalt von Silvia Schuh mehr animalisch als erotisch. Anja Carolin Pohls sexuelle Ausstrahlung als Anitra ist weit von betörendem Liebreiz einer heißblütigen Wüstengespielin entfernt. Ihre Begierde kanalisiert sich in Richtung seiner materiellen Schätze, die sie ihm abluchst und ihn dann züchtigend verlässt.

Ohne äußeren Glorienschein stilisiert die Inszenierung die Solvejg Anna Dörntes zu einer Ikone. Sie singt das Lebenslied der alles verzeihenden immerwährenden Liebe einer Frau. Aus der scheuen Zurückhaltung des jungen Mädchens wächst die tiefe Zuneigung zu jenem Mann, der vor ihr in die Welt flieht. Dörnte offenbart dabei eine große introvertierte Wandlungsfähigkeit und wirkt auch in ihrem Gesang höhensicher. Überhaupt mochte Bleiziffer der Faszination des Textes von Hendrik Ibsen, dieser Melange aus Volksmythen, Reisebericht und Satire, wohl nicht ganz zu trauen. Er greift auf die Bühnenmusik von Edvard Grieg zurück, die zwischen Bierwerbung und Radiowunschkonzert chargiert, setzt aber durchaus eigene musikalisch Akzente.

Uschi Haug und Konrad Kulke, mit Michael Bleiziffer seit Faust-Zeiten ein kongeniales Inszenierungs-Dreiergespann, bebildern das Stück mit starken Effekten für Auge und Ohr. Was da zu Beginn an eine Halfpipe oder ein überdimensionierter trockener Brotkanten wirkt, entpuppt sich im über dreistündigen Spiel als universaler Theaterort, der sich hebt und senkt, aus dem sich Solvejgs Hütte und das amerikanische Sonnendeck hebt. Dazu farbenfrohe und opulente Kostüme wie das Grün der Trolle und das Puffrot in Licht und Strümpfen der Saeterinnen.

Verdienter Beifall aus dem für eine Premiere dieser Größenordnung eher verhalten gefüllten Zuschauerraum für ein großartiges Ensemble, das zahlreiche Rollen übernahm, und das Inszenierungsteam. (UK)

 

 

Wieder haben wir einen Kritiker einer Deutschen Zeitung eingeladen, eine Produktion der ersten Kulturstätte der Stadt Regensburg zu beurteilen.
(UK) Uwe Kraus schreibt für die 'Mitteldeutsche Zeitung' in Halle und moderiert die Rundfunksendung 'Alles Theater'.

DH

 

 



 

 




 

 



 

 




 

 


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