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15.10.06 - Matinee zur Inszenierung
Gerhard Platièl inszeniert ….
…. wieder einmal in Regensburg, war der überhaupt weg, hat er doch
eben erst den 'Superstar Jesus Christ' den Regensburgern näher
gebracht.
Es ist doch immer wieder eine Freude, liest man schon in der
Spielplanvorschau – Platièl kommt wieder. Gelegentlich ist er gar
mehrfach in einer Spielzeit in Regensburg, wenn er nicht gerade in
Pforzheim oder in Hagen als Regisseur gebraucht wird.
Soeben – genau am 6.10. - hat er in der Schmuckstadt zwischen
Stuttgart und Karlsruhe – 'Maske in Blau' inszeniert.
Alles ist also noch frisch zur Hand. Choreographierte er in
Pforzheim selber, überlässt er es in Regensburg dem hiesigen
Ballettmeister. Glücklicherweise ist Herr Platièl ja nicht ganz
unbewandert auf dem Sektor Tanz, war er doch schon 1971 – also vor
35 Jahren - Ballettmeister SZG I, dann später Spielleiter bzw.
Oberspielleiter in Gießen, in Mainz, in Trier und auch in
Gandersheim.
Wie schön, dass der Regensburger Theaterdirektor in alter
Verbundenheit Herrn Platièl immer wieder an’s Regensburger Regiepult
holt.
So muss sich niemand umgewöhnen, das Publikum nicht, weiß es schon, was
kommt, das Ensemble nicht, kennt es sich aus.
Da ihm alles so leicht von der Hand geht, konnte er nahezu
gleichzeitig in Regensburg und in Pforzheim die 'Maske in Blau' in
Szene setzen und bei der Matinee zur Einführung in das Werk 'relaxed' weit zurückgelehnt sitzen, die erfahrenen Tänzer-Beine weit
von sich strecken und die Chefdramaturgien reden lassen.
Diese sprach von Revue-Operette und sagte statt Fred Raymond –
abgeleitet von Raimund einem Vornamen des Komponisten - immer ’Fred Remon’.
Das ist eben Theater Regensburg und da heißt es 'Fred
Remon'.
Klang so, als erinnere sie an Fritz Remond, den legendären
Zoo-Theater-Direktor in Frankfurt. Der hatte einen accent egu auf dem ’é’
– das hat er später weggelassen wie auch Herr Platièl den accent
grave - vielleicht ein Relikt aus seiner Pariser Zeit als Eleve - nicht mehr benutzt. Jetzt heißt er ganz einfach Platiel oder
Plati-el. Je nachdem.
Dann las die Chefdramaturgin den Inhalt des Werkes vor, präsentierte
einige der Solisten und den neuen Dirigenten Arne Willimczik, bemühte sich weiter,
dem Regisseur einige Worte zu entlocken – es gelang ihr nur bedingt.
Aber immerhin gab er kund und zu wissen:
Bei der Inszenierung in Regensburg habe man sich durchgerungen, “hammermäßig progressiv“ sein, jetzt wolle er eine Revue
machen, weil, er habe jetzt 'Paganini' gemacht und das
wäre alles so nett gewesen und jetzt wolle er bissl mal
zuschlagen, so bissl mit Slapstik und so bissl mit leichtem Witz,
aber ganz leicht, nicht so arg, dass man’s auch versteht.
Das sei so mit dem Ensemble, die kenne er
alle schon länger und die seien ganz nett, das sei nicht so, dass
man da nicht klarkomme. Und da mache er mal so’n bissl, so ’ne
flotte Revue. Und das sei dann so, dass man das Stück erkenne. Es sei nicht einer grün und gelb oder laufe als
Indianer rum, "Sie erkennen’s, aber wir wollen eine flotte
schmissige Revue.“
Er komme von der Oper und da sei es so hundetraurig immer gewesen
und jetzt wolle er, “dass es mal lustiger wird.“
Ausnahmsweise, wie er betont.
Nachdem Frau Gesche Geyer und Herr Juan Carlos Falcón singend behauptet hatten, jeder
hätte in dem anderen sein Glück gefunden, meinte Herr Platièl ganz
ungefragt, er müsse jetzt nachdem "wir diese feinsinnige
Hintergründe der Musik gehört haben, muss ich jetzt hier mal so ’ne
Bombe platzen lassen“ weil das einfach keiner weiß “außer natürlich
meine intellektuelle Chefdramaturgin, dieser Armando Cellini hat
wirklich gelebt. Ich guckte ARTE, war erschrocken und guckte länger,
das dauert bei ARTE ja länger, die sprechen leise“ und die seien den
ganzen Tag in sich versunken und er sei dann auch wieder mal
aufgewacht und da sei Florenz gekommen und da dachte er sich,
Florenz sei immer gut, das sei ja nicht schlecht und da sei so in
einem kleinen Nebensatz Armando Cellini vorgekommen und da habe es
ihm das Ohr weggerissen und den gab’s tatsächlich.
“Nur dass das mal klar ist für die schreibenden Zunft.“
Alle Darsteller seien schön, “die Fummel sind zwar von gestern“,
aber man spiele heute. Es sei eine Ausstattung “wir hauen rein …
Dekor ist traumhaft und wenn Sie da hingucken, sie werden jedes Mal
blind vor lauter Schönheit.“
Man habe große Bilder gebaut, “sechs Bilder, die Technik bringt sich
halb um, weil sie müssen immer laut Angaben von meinem Kapellmeister
in einer Minute umbauen, das hat die sind so irritiert und jetzt
rennen sie mal richtig, also deswegen, das ist nicht leicht für die
Technik.“
Im Vergleich zur letzten Platièl-Operetten-Produktion ’Paganini’,
die ganz klassisch gewesen sei, habe man jetzt große Bilder, mit
großer Klarheit “so einem kleinen Witz dahinter.“ Er mache jetzt
so
eine bunte Palette von Farben, das kenne jeder, aber es sei
schön.

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19.10.06 |
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Umschrift TV-Sendung
Sprecher
"Wenn Regensburg im Nebel versinkt, die Tage immer kürzer werden -
wer wünscht sich da nicht eine farbenfrohe Abwechslung?
Das Theater Regensburg entführt sie an glitzernde, exotische
Schauplätze.
Die Operette 'Maske in Blau' feiert am Samstag Premiere - ein
musikalischer Augenschmaus für alle Sinne."
Sprecherin
"Mitreißende Evergreens, pulsierende Orchestermusik, tanzende
Schauspieler und originelle Kostüme - die 'Maske in Blau' ein
musikalisches Bühnenwerk, das das Theater in einen Revuepalast
verwandelt."
Bühnenbildner Walter Perdacher
"Dieses Stück ist - äh - hat zwar eine Unmenge von Bildern, ist aber
nicht so sehr eine Operette, ist fast eine Revue. Das heißt es ist
sehr schmissig, hat eine wunderbare Musik, hat eine sehr knapp und
sehr spannende Story, 'ne sehr hübsche Story - ja, fast eher eine
Revue würd' ich sagen - mit viel Ballett."
Sprecherin:
"Das Stück handelt von einer bittersüßen Liebesgeschichte eines
Malers zu seinem Modell. Eine Geschichte großer Gefühle, Intrigen
und Missverständnisse.
Die gelungene Inszenierung steht für die jahrelange Zusammenarbeit
und Erfahrung von Regisseur und Bühnenbildner."
Regisseur Gerhard Platièl
"Die ist immer fantastisch, weil der ist schon seit 25 Jahren
exklusiv mein Bühnenbildner und er bleibt es auch bis ich - äh -
vielleicht Raumfahrer werde oder so irgend ....."
(..... unverständlich.)
Sprecherin
"Ob die beiden Liebenden schließlich in einem 'happy end'
zusammenfinden, das können Sie am Samstag Abend sehen, um 20 Uhr am
Theater am Bismarckplatz."
Sprecher
"Jetzt noch der Blick auf’s Wetter ......"
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Theater Regensburg 21.10.06
'Maske in Blau'
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| Die
Schwarzen |
| Musikalische Leitung |
Arne Willimczik |
| Inszenierung |
Gerhard Platièl |
| Choreographie |
Olaf Schmidt |
| Bühne / Kostüme |
Walter Perdacher |
| Chöre |
Karl Andreas Mehling |
| Licht |
Klaus Herbert Welz |
| Dramaturgie |
Friederike
Bernau |
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Die Personen
und ihre Darsteller, der am 21.10. 2006 besuchten
Vorstellung
gemäß Besetzungszettel als Beilage zum Programmheft |
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| Evelyne |
Gesche Geier |
| Julischka |
Julia Amos |
| Marchese
Cavalotti |
Marek Marzecki
|
| Armando Cellini |
Juan Carlos Falcón |
| Franz Kilian |
Georg Schießl |
| Josef Fraunhofer |
Karsten Münster |
| Gonzala |
Peter Heeg |
| Pedro dal Vegas |
Stefan Bräuler |
| 4 Comedian
Harmonists |
Arpad Vulkan,
Harald Mück,
Thomas Brinkel,
Sang-Sun Lee |
| Wirt |
Thomas Brinkel |
| José |
Harald Mück |
| |
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'Maske
in Flau'
BWas
Herrn Platièl doch immer und immer wieder und immer noch
nach mehr als 200 Inszenierungen so alles in
wochenlanger Probenarbeit einfällt, um einen solchen
Abend zu gestalten.
Wie er die Damen und Herren an einem weißen Tisch auf
ebensolch farbigen Stühlen - von Herrn Perdacher als
Bühnenbildner dort rechtzeitig hingestellt - Platz
nehmen lässt. Im Hintergrund sind Laubsägearbeiten in
Form von Palmen aufgestellt, diese dokumentieren die
Flora an der Ligurischen Küste - das ist San Remo.
Hinein platzt Herr Heeg mit unvermeidlichen Koffern,
Herr Schießl stülpt sich einen blauen Eimer über den
Kopf - als wolle er von allem nichts mehr sehen.
Damen werden auf Podesten als Dekoration des
Narzissenfestes hereingefahren.
Sehr malerisch das Maleratelier, die Palette als Entree,
Frau Amos fegt die Bühne, Herr Falcón bestaunt das von
ihm gemalte Bild, dann holt er hinter dem Papp-David ein
Tablett mit Gläsern hervor, ist entsetzt über die
Kalkspuren, erhält von Herrn Schießl den Tipp, er solle
die blauen Kalktabletten nehmen - 'dann klappt's auch
mit dem Nachbarn.'
Immer wieder seitlich aufleuchtende Glühbirnen, das
Revuehafte unterstreichend, inmitten dieser Herr Bräuler,
um die Gunst von Frau Geier buhlend.
Lange Bahnen von Lametta trennen die Vorderbühne ab,
Herr Marzecki als Gastgeber erscheint mit Papppapagei
auf dem Arm, lädt zur Party.
Herr Münster ist von der fabelhaften Stimmung, die bei
diesem Fest herrscht, lauthals angetan. Ein
Ballettreigen treibt diese ausgelassenste Laune auf die
Spitze.
Immer wieder erhält Frau Geier Gelegenheit, sich im
Bereich der Rampe aufzuhalten, aber nicht nur sie, auch
den anderen wird diese Gnade zu teil, denn sonst würden
sie zugedeckt von den durch den alerten Herrn Willimczik
aufgerührten Klangwogen - von Frau Amos hört man
gelegentlich gar nichts.
Gauchos stehen in Reih' und Glied, werden von Frau Geier
umschmeichelt - sie übt wohl schon für ihre 'Lulu'.
Die Bar am Rande der Hazienda - gefährliche Rangeleien
spielen sich da ab - Sorge um den Tenor Münster, doch
einen Buffo kann kaum etwas erschüttern. Er wird eher
ein Mime oder Herodes, aber ein 'Jesus Christ' soll er
sein? Da müsste er gewaltig an sich arbeiten.
Das kleine verträumte Haus - 'Oh, wie schön ist
Regensburg.'
Diese Erkenntnis riss dann auch ein paar entzückende
junge Damen im 3. Rang zu Jauchzen und Frohlocken hin.
Auf die singulären Beifallstürme angesprochen, machten
die Youngsters klar, wenn sie Darsteller so auf der
Straße träfen, mit denen sie gelegentlich auf der Bühne
stünden, meinten diese, es sei so motivierend, wenn aus
dem Rang herunter ihr Gekreische ertöne.
Das hatten wir schon bei 'Mefistofele' und das bleibt
wohl jetzt so bis 2012.
Begeisternd

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Als Premieren-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Karten aus
dem freien Verkauf gebe ich hier meine subjektive Meinung zu den
gehörten und gesehenen Theatervorstellungen zur Kenntnis.
Ich
verstehe diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik
um der Kritik
willen, sondern als Hinweis auf nach meiner Auffassung zu
Geglücktem oder Misslungenem. Neben Sachaussagen enthält diese
private Homepage auch Überspitztes und Satire. Für diese nehme
ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5 Grundgesetz in Anspruch. In
die Texte baue ich gelegentlich Fehler ein, um Kommentare
herauszufordern. Dieter Hansing

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