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Das Theater beschäftigt sich am
liebsten – mit dem Theater. Mit sich selbst. Bildungs- und
Kulturauftrag her, moralische Anstalt hin. Einen Jux woll’n sie sich
machen, Intendanten, Regisseure, Aktricen und Darsteller – warum
auch nicht, zumal auch das Publikum was davon hat. Schnurren aus der
Welt der Bühne, Anekdoten, die schönsten Verballhornungen
klassischer Dramatik, Theatermacher lieben es und nehmen gerne mal
sich selbst und ihre Zunft aufs Korn. Vor 120 Jahren uraufgeführt,
soll in der aktuellen Spielzeit der unverwüstliche Schwank landauf,
landab zum Quotenbringer werden. In Landshut, Passau, Straubing, dem
Südostbayerischen Städtetheater also, scheint diese Rechnung
aufzugehen.
Von Landshut wurde die Komödie ins
Theater-Schmuck-Kästchen in die Dreiflüssestadt transponiert und
passte sich vorzüglich in den neuen Rahmen ein. Das Ensemble, von
Oliver Karbus mit leichter Hand geführt, zeigt Engagement,
typgerecht besetzt allesamt. Die Choreografie wirkt an ein paar
Stellen aufgesetzt, da fehlt ein Funke Selbstverständlichkeit,
gewollt sind einige Tableaus, die einer Komik jedoch durchaus nicht
entbehren würden. Die Bühnen-Zimmer und –Salons von Klaus Gasperi
sind unaufdringlich funktional, opulent ist das treffende Attribut
für die vielen Kostüme von Sylvia Steinbart; die Damen in jedem Akt
in neuen und aufwändigen Roben, die Herren chic in Frack und
Gehrock, elegant auf die Leiber des Ensembles geschneidert, wirklich
was fürs Auge.
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Emanuel
Striese, der Theatermacher
- dargestellt Holger Hildmann - zieht mit seinem Thespiskarren
über Land und hofft, mit seinem Spielplan den Leuten zu
gefallen, denn mit der Akzeptanz steht und fällt sein
Unternehmen.
Geld fehlt an allen Ecken und Enden, die Gagen sind
niedrig, die Requisiten werden zusammenge-pumpt und doch
war es seiner Frau Luise möglich, ihm noch eine Schar von
Kindern zu gebären. |
Zu den Darstellern: Der sächselnde
Striese, Holger Hildmann, ‚sahnt’ beim Publikum am meisten ab, und
das nicht nur, weil die Gebrüder Schönthan ihm die treffendsten
Pointen in den Mund gelegt haben. Klemens Neuwirth (Martin Gollwitz),
der von allen Manipulierte, der Leidende, das Opfer, zeigt einmal
mehr, die Seele der Komik ist die Tragik. Schadenfreude kommt auch
beim Publikum am besten. Die Hintergangene und Rächerin, Frau
Gollwitz, wird bei Ursula Erb zum Drachen, der sie sein muss. In die
Rolle der überkandidelten Tochter Marianne schlüpft Antonia Reidel,
sie passt ihr wie ein Handschuh. Allerliebst gestaltet Julia Loibl
die Figur von Töchterchen Paula, ihr Zukünftiger, Marius Hubel alias
Emil Gross, darf seine Körperlichkeit ausspielen, nicht unähnlich
seinem Bühnen-Papa Peter Pruchniewitz. Dem Schwiegersohn und Doktor
(Jochen Decker) fehlt es etwas an Subtilität, da könnte vieles
weniger äußerlich sein, der Hochmut seines Charakters vertrüge
Understatement. Und Rosa, so kennt man sie, die Perle, so liebt man
sie, Heide Mentz. – Das Komödien-Personal bedient die üblichen
Stereotypen, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Das muss man erst
mal können! Die Regie pfropft Plot und Text nichts über, das
Publikum bekommt, was es erwartet und eine wackere Leistung des
Schauspiels Landshut.
(PL) |