Zur Meinungsfreiheit westlicher Gesellschaften zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
   
04.01.2010 - dradio.de

 

 


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Kommentar zum Tage:

23. Dezember
2011

'Der Götter Ende dämmert nun auf'

   


Kaum ist Wolfgang Wagner tot, äußert sich alles völlig enthemmt - prüfen plötzlich Rechnungshöfe, die Staatsanwaltschaft Hof, werden Extra-Vorstellungen für den DGB gestrichen, die Vorstände der RW-Vereine werden keine Karten mehr bekommen.
Das 'Adabei' entfällt damit.

Die beiden Urenkelinnen hatten mit Schreiben vom 14. Dezember 2011 mitgeteilt, dass die Gremien der BT-Festspiele am 18. Oktober 2011 grundlegende und bindende Beschlüsse gefasst hätten.
Frau Präsidentin International reklamiert in einem Schreiben vom 21.12.2011 - offensichtlich wurde sie von der Oktober-Revolution überrascht - an die nun 'Maßhaltenden' in den Ämtern, doch  'den fördernden Wagner-Verbänden bitte ein Kartenkontingent zur Verfügung zu stellen', spricht vom Komponisten Richard Wagner - als wenn Richard Wagner nicht reichte - vergisst aber den Textdichter vollkommen.
Ob diese Aktion allerdings fruchtet, scheint mehr als fraglich, denn es kämen doch andere, die gleiches verlangten - also meint BT wohl:
nur kein Präjudiz schaffen!

Dass in Zukunft zwar mehr Karten für den freien Verkauf zur Verfügung stehen werden, aufgrund der künstlerischen Entwicklung in BT aber immer weniger Menschen die von der Präsidentin RW-International, der ehemaligen externen Lehrbeauftragten der HMTMH, so geliebten modischen Inszenierungen sehen wollen, müsste einkalkuliert werden.
Schon jetzt bleiben Plätze leer, der Nimbus, BT ist ausverkauft, geht mehr und mehr verloren. Die Festspiele haben an Anziehungskraft eingebüßt.

Zu Cosimas Zeiten mussten auch Werbetrommeln gerührt werden, dass der Kartenverkauf in Schwung kam.
Aber so lange die Herrin von Bayreuth und ihre Enkel Wieland und Wolfgang lebten, gab es noch Anlass, das Flair des grünen Hügels mit den Produktionen in sich aufzunehmen.

Heutzutage, da alle Werte schwinden, bleibt nur der Hügel und der Beklommene fragt sich:
'Was machen die denn jetzt - mit Billigung von RW-Vereinen gemäß deren Satzung - nun schon wieder zu Lasten des Steuerzahlers für einen 'schmuddeligen Schmarrn', der szenisch nichts mit dem Werk Richard Wagners zu tun hat?'

Während Frau Präsidentin International in der Satzung des RWVI für sich noch die blau unterlegte Aussage in Anspruch nimmt - übrigens der RWV-Hannover schließt sich dem an -

 

 

Satzung des Richard-Wagner-Verbandes International e.V.

'[...]

§ 2 Zweck

Zweck des Vereins ist es,

a) für Richard Wagners Werk das Interesse zu wecken und das Verständnis zu vertiefen,

b) den künstlerischen Nachwuchs zu fördern,

c) die auf Anregung Richard Wagners gegründete Richard-Wagner-Stipendienstiftung zu unterstützen,

d) sich für den Erhalt der Bayreuther Festspiele einzusetzen und

d) die internationale Zusammenarbeit zu fördern.

[...]'

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hat beispielsweise Regensburg schon reagiert und nimmt nicht mehr für sich in Anspruch, für den Erhalt der Bayreuther Festspiele einzustehen:
 

SATZUNG
des
Richard-Wagner-Verbandes
Regensburg e. V.
vom 10. April 1985,  geändert am 6. April 2011

§ 2
Zweck

Zweck des Verbandes ist es,

  1. die auf Wunsch Richard Wagners gegründete (gemeinnützige) Stipendienstiftung in Bayreuth mit finanziellen Mitteln aus den Mitgliederbeiträgen so auszustatten, dass jedes Jahr einer möglichst großen Anzahl von Schülern/Studierenden der Besuch der Bayreuther Festspiele ermöglicht wird,
  2. den künstlerischen Nachwuchs zu unterstützen,
  3. die Volksbildung zu fördern. Diese Förderung geschieht u. a. durch Studienreisen, Vorträge, Diskussionen, Besuche von Konzert- und Opernaufführungen. Das Verständnis für das Werk Richard Wagners ist dabei zu wecken und zu vertiefen.

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Dass man in Regensburg sein Hauptaugenmerk auf die Förderung von Stipendiaten lenken und möglichst viele derer nach BT zu den Festspielen schicken möchte, ist sicher lobenswert. Immerhin meinte Martin Gregor-Dellin, am 28. Mai 1882 sei Wagner zur Gründung der Stipendienstiftung geschritten, zu der er sich zehn Tage vorher entschlossen hatte, um den Wagner-Vereinen wenigstens  e i n e  sinnvolle Aufgabe über seinen Tod hinaus zuzuweisen.

Ganz abgesehen davon, ist es ja nicht unbedingt erstrebenswert, mitzuerleben, was gerade in BT unter der Leitung der beiden Urenkelinnen szenisch geboten wird, es ist eigentlich niemandem zuzumuten und sollte nicht der Verblendung junger Leute dienen. Das Elend 
fing schon mit Schlingensief an, setzte sich über Baumgarten fort und führt nun direkt zum Obersten der Volksbühne - Herrn Castorf.

Leider ist BT immer noch stilbildend auch in seiner heutigen Verblendung und viele andere Theater meinen, alles nachmachen zu müssen.
Siehe Mannheim:
http://www.richard-wagner-verband-mannheim.de/lohengrin.html

nicht zu vergessen Regensburg:
http://www.heerrufer.de/Bemerkung_zu_'Lohengrin'_%20-_Oberpf._Metropol-Theater_Regensburg_1._und_30.11.2010.htm

und Braunschweig, schon seit jeher und in jeder Hinsicht besonders herausragend:
http://www.heerrufer.de/Bemerkungen_zu_'Tristan_und_Isolde'_im_'Staatstheater_Braunschweig'.htm
 

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Wenn dann von RW-Vereinen im Internet Fehler behaftete Angaben gemacht werden, muss man schon an der Qualifikation der Vereinsmitglieder zweifeln und kann sich denken, dass die RW-Vereine in BT nicht gerade hochverehrt werden.

[...]
Künstlergespräche

In den letzten Jahren konnten wir unter amderem Violetta Urmana, Richard Dean Smith, Christian Thielemann, Christine Militz, Luana DeVol, Linda Watson sowie viele andere mehr bei uns begrüßen.
[...]
 

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Um 'Missverständnisse zu vermeiden:

Ich verstehe diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen, sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

Dieter Hansing

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