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Regensburg -
03. Juli 2006
   
Musica, was???

Kommentar zu einem Kulturfest der ganz besonderen Art in Regensburg

 

   
         
 
 

 

 


Der Kulturreferent hatte gerufen und viele, viele Musikerinnen und Musiker waren gekommen. Konzerte in Kirchen, Sälen und Hallen. Singendes, klingendes, swingendes Regensburg, mochte da so mancher Passant, so mancher Altstadtbewohner, an den denkwürdigen Unger-Claim zu einem Bürgerfest zurückdenken. Viel Licht, viel Schatten. Die schwimmende Insel schwamm nicht, festgezurrt am Donauufer war sie Plattform für Plattes, Altbekanntes, Populäres, music for he masses, ganz nach Lieschen Müllers Geschmack. Bewährtes, Wunschkonzert, Erkennen Sie die Melodie?

Grottenschlecht die Bands, die aus irgendwelchen Übungskellern gekrochen den Bismarckplatz zu rocken versuchten. Zurück ins Loch und üben, üben, üben! Joe Cocker-The Police- oder Saga-Cover-Nummern, die brauchen wir nicht, die haben wir zu genüge.

Vom 30. Juni bis 2. Juli 2006 schreckten im Stundentakt Rückkopplungen und wichtigtuerische Soundchecks (Test, Test, eins, zwo...) die Anwohner von Bismarckplatz, Beraiterweg, Predigergasse, Schotten- und Drei-Mohren-Straße hoch, zwangen trotz Hitze, die Fenster besser geschlossen zu lassen. Um 22.00 Uhr war längst nicht Zapfenstreich, das Bassgewummer brachte weit über die die Gläser in der guten Vitrine zum klirren, aber die Kinder wollen halt auch mal zeigen, was sie so alles drauf haben, an der E-Gitarre, am E-Bass, am Keyboard und am Schlagzeug. Achtung! Beim Gassenfest vom 7.bis 9. Juli 2006, dem Brückenfest (die Steinerne Brücke beginnt nämlich schon am Schottenportal, falls Sie das noch nicht gewusst haben!) vom 14. bis 16. Juli 2006 und dem Jazzweekend vom 20. bis zum 23. Juli 2006 wird es mit Sicherheit nicht weniger leise zugehen! Tolle Planung! Kompliment Herr Unger (oder war’s Frau Julia Weigl; die ehemalige Stadthallen-Beauftragte, die Herr Stöberl, dem ehemaligen Leiter des „Regensburg Business-Developments“, unter die Arme greifen sollte), grandiose Idee, den Bismarckplatz als Spielwiese für Nachwuchsrocker auszuweisen. Pikantes Detail am Rande: Der einzige Behindertenparkplatz weit und breit, wurde während des Festwochenendes kurzerhand mit Dixi-Klos verbarrikadiert. Die Anwohner, die endlich gegen Mitternacht Schlaf fanden, wurden pünktlich am Sonntagmorgen gegen 8:00 Uhr (und am Montag gar im Morgengrauen) vom Fäkalienwagen geweckt, der geräuschvoll die Hinterlassenschaften der Fans der Rock-Dilettanten in den Tank saugte, von der Geruchsbelästigung ganz zu schweigen. Es bleibt ein übler Beigeschmack. Musica Europa, singendes, klingendes, swingendes Regensburg, Rollstuhlfahrer und Behinderte unerwünscht, die können ja ohnehin nicht mittanzen, -swingen, -feiern.

Und was hat der Spaß die Regensburger gekostet? Wir sind gespannt, ob Herr Unger hierzu demnächst konkrete und befriedigende Zahlen vorlegen wird.

 

 
 

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Ich
verstehe diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf nach meiner Auffassung zu Geglücktem oder Misslungenem.
Neben Sachaussagen enthält diese private Homepage auch Überspitztes und Satire.
Für diese nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5 Grundgesetz in Anspruch.
In die Texte baue ich gelegentlich Fehler ein, um Kommentare herauszufordern.
Dieter Hansing
                                                   
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