"Wie alles sich fügt"   24.11.04
     

Jetzt kommen's daher.
Jetzt wo's brenzlig wird, dass Regensburg mit seiner Bewerbung 2010 abstürzt, sind sogar Kritiker willkommen.
Da hat noch der Leiter des Büros für 2010-Angelegenheiten, Herr Dr. Wolf Peter Schnetz, noch in diesem Sommer am Kultur-TÜV von 3sat moniert, wie man denn Karlheinz Schmid zur Bewerbung Regensburgs um die Kulturhauptstadt Europas 2010 befragen könne, wo der doch in Berlin wohne.

Jetzt plötzlich bei der späten Kehrtwende des Oberbürgermeisters Schaidinger, doch auf die Fachaussagen von Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid nicht verzichten zu wollen, meint Herr Dr. Schnetz: "Es ist doch eine großartige Chance, wenn aus Kritikern Akteure werden".

Späte, wohl auch zu späte Einsicht, denn was soll jetzt noch bis zum März 2005, dem Entscheidungstermin, wer als deutsche Bewerberin nach Brüssel gemeldet wird, gerettet werden.
Das Bewerbungsbuch ist mehrfach überarbeitet worden - und es fehlt immer noch wichtigeres als die Idee, mit einem Geißbock und einem von diesem gezogenen Wagerl, ein Bierfass in die Bayerische Vertretung in Berlin zu rollen.
Wer war denn wohl vorgesehen, den Geißbock zu führen?
Immerhin hat SPD-Wolbergs nun plötzlich auch Zweifel und kommentiert: "Jetzt kommt man weg vom Kleinkarierten". Dies einer hiesigen Tageszeitung gegenüber, nach deren eigenem Bekunden. Ein deutlicher Hieb des Herrn SPD-Stadtrats in Richtung Dr. Schnetz und Kulturreferent Clemens Unger und gegen das ganze Büro 2010 doch wohl?
Aber immerhin ist die Stadt jetzt offensichtlich doch so weit zuzugeben: Da ist was nicht richtig gelaufen.
Ein solches Eingeständnis wäre allerdings neu.
Es könnte aber auch sein, dass behauptet wird: das war  a l l e s so vorgesehen,  w i r  machen doch nichts Unüberlegtes oder gar Falsches, frei nach dem Motto: "Niemals etwas zugeben."

Die nun bestellten Berater können vielleicht noch Kontakte aufzeigen - das wär's ja wohl. Am von vorn herein verkorksten Bewerbungsverfahren, bei dem zwar viele an einem Strang, aber eben nicht in die gleiche Richtung zogen und wohl auch noch nicht ziehen, ist kaum noch etwas zu begradigen.

Aber vielleicht rettet 'Vitamin B' schafft noch die Möglichkeit, wenigstens unter die nach Brüssel gemeldeten Städte zu kommen.

DH