|
Jetzt kommen's daher.
Jetzt wo's brenzlig wird, dass Regensburg mit seiner Bewerbung 2010
abstürzt, sind sogar Kritiker willkommen.
Da hat noch der Leiter des Büros für 2010-Angelegenheiten, Herr Dr.
Wolf Peter Schnetz, noch in diesem Sommer am Kultur-TÜV von 3sat
moniert, wie man denn Karlheinz Schmid zur Bewerbung Regensburgs um
die Kulturhauptstadt Europas 2010 befragen könne, wo der doch in
Berlin wohne.
Jetzt plötzlich bei der späten Kehrtwende des Oberbürgermeisters
Schaidinger, doch auf die Fachaussagen von Gabriele Lindinger und
Karlheinz Schmid nicht verzichten zu wollen, meint Herr Dr. Schnetz:
"Es ist doch eine großartige Chance, wenn aus Kritikern Akteure
werden".
Späte, wohl auch zu späte Einsicht, denn was soll jetzt noch bis zum
März 2005, dem Entscheidungstermin, wer als deutsche Bewerberin nach
Brüssel gemeldet wird, gerettet werden.
Das Bewerbungsbuch ist mehrfach überarbeitet worden - und es fehlt
immer noch wichtigeres als die Idee, mit einem Geißbock und einem
von diesem gezogenen Wagerl, ein Bierfass in die Bayerische
Vertretung in Berlin zu rollen.
Wer war denn wohl vorgesehen, den Geißbock zu führen?
Immerhin hat SPD-Wolbergs nun plötzlich auch Zweifel und
kommentiert: "Jetzt kommt man weg vom Kleinkarierten". Dies einer
hiesigen Tageszeitung gegenüber, nach deren eigenem Bekunden. Ein
deutlicher Hieb des Herrn SPD-Stadtrats in Richtung Dr. Schnetz und
Kulturreferent Clemens Unger und gegen das ganze Büro 2010 doch
wohl?
Aber immerhin ist die Stadt jetzt offensichtlich doch so weit
zuzugeben: Da ist was nicht richtig gelaufen.
Ein solches Eingeständnis wäre allerdings neu.
Es könnte aber auch sein, dass behauptet wird: das war a l l e
s so vorgesehen, w i r machen doch nichts Unüberlegtes
oder gar Falsches, frei nach dem Motto: "Niemals etwas zugeben."
Die nun bestellten Berater können vielleicht noch Kontakte aufzeigen
- das wär's ja wohl. Am von vorn herein verkorksten
Bewerbungsverfahren, bei dem zwar viele an einem Strang, aber eben
nicht in die gleiche Richtung zogen und wohl auch noch nicht ziehen,
ist kaum noch etwas zu begradigen.
Aber vielleicht rettet 'Vitamin B' schafft noch die Möglichkeit,
wenigstens unter die nach Brüssel gemeldeten Städte zu kommen.
DH |