"Trau, schau, wem"

  20.10.04
     
Bürger formieren sich, da keine Opposition im Stadtrat erkennbar, die ihre Interessen vertritt,  so schließen sie sich zusammen und machen mit ihren Mitteln Front gegen die Pläne der Stadt, Ersatzwege für die historische Steinerne Brücke bei deren Schließung zu bauen.
Anwohner des Oberen Wöhrd in Regensburg befürchten massive Einschränkungen der Lebensbedingungen durch Lärm und Abgase durch ca. 270 Busse / Werktag, Sichtreduzierung durch Rampenbauten, Schäden an den schützenswerten Donauufern, wenn eine Brücke, westlich der Steinernen, erstellt wird.

Aufgrund gemachter Erfahrungen, glauben die Bürger, dass eine teure Brücke nicht nur für Busse, Radler und Fußgänger gebaut wird, sondern diese über kurz oder lang für den Individualverkehr zur Verfügung steht.
Denn plötzlich gibt es dann angeblich neue Voraussetzungen, Aussagen, z.B. vor einer Wahl getroffen, werden nicht eingehalten - wie immer wieder passiert. Bestes Beispiel die erneute Debatte um eine Stadthalle am Donaumarkt. Und die SPD und die Grünen im Gefolge der allein herrschenden CSU.

Die Initiative zum Schutz der Regensburger Donauinseln und der Donauufer geht zunächst davon aus, dass diese neuen Brücke überflüssig ist und der Verkehr sehr wohl - mit Umwegen und längeren Fahrzeiten natürlich - über die neue Nibelungenbrücke geführt werden kann.

Wie weit die Planungen der Stadt gediehen sind, zeigten die Zeichnungen und Modelle aus der Stadtverwaltung, die während einer Informationsveranstaltung der Initiative in der 'Alten Linde' in Regensburg präsentiert wurden.

Erschreckend, mit welchem Misstrauen die Bürger der Stadtverwaltung Regensburg gegenübertreten, haben sie - und einige Beispiele des Verhaltens der Stadt aus der Vergangenheit wurden vorgetragen - hier bittere Erfahrungen gemacht.

Regensburger haben den Eindruck, dass bei Diskussionen mit Vertretern der Stadt nicht nur ihnen die Worte im Mund rumgedreht werden, sondern dies auch der Vertreter der Stadt mit den eigenen Worten tut, so offensichtlich absichtlich Verwirrung gestiftet wird.


Schlimm, dass in Regensburg, gegenüber der Stadtverwaltung und den in Regensburg vertretenen Parteien das Lenin zugeschriebene Prinzip Geltung finden muss: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

DH