Regensburg, Schlingensief und der 'Frosch am Kreuz'
     
      06.01.05


Blamage für Regensburg und die 2010-Bewerbung

 
Voll waren Zeitungen in der Woche um den 17.12.04 mit Berichten, Kommentaren über das Plakat mit Kippenbergers 'Frosch am Kreuz', das Christian Stückl als Hinwies auf die Inszenierung des Fleißer Stückes 'Fegefeuer in Inglostadt' am städtischen Münchener Volkstheater drucken ließ.
Darob große Erregung in München. Mit dem Plakat beschäftigte sich der Ältestenrat. Ergebnis: Plakat und Flyer wurden eingestampft, da auch die SPD-Regierung in MUC den Hinweis des Theaters als Blasphemie empfand. Eigentlich hätte man annehmen können, dass die 2010-Experten um Gabriele Lindinger alert genug gewesen sein müssten.
Weit gefehlt! Am 23.12.04 präsentierte Regensburgs 2010-Experte Dr. Veit Loers stolz den 'Frosch am Kreuz' als Originalskulptur im 'Herrgottswinkel im KultuRklub 2010'.

Sensibilität = Null, denn in einer Pressekonferenz am 28.12.04 erklärte Dr. Loers die Angelegenheit als Kunst-Provokation. Noch vorher hatte der OB gemeint, er habe die Fünf nicht zum Provozieren engagiert.

Jetzt gehen die Wogen hoch in Regensburgs Bevölkerung.
Ja, was nun ?
Alle hatten die Rechnung ohne den Bischof von Regensburg gemacht. Er verlangt von OB Schaidinger, dass dieser sich von der Aktion 'Frosch am Kreuz' absetze - was wohl heißen soll, den Dr. Loers zu schassen.
Bringen tut's so oder so nichts.

Aber das ist ja auch nur das eine Problem, hat die Stadt doch jetzt auch noch den 'Theaterexperten' Schlingensief am 2010-Bootsrand sitzen. Ob der aber letztendlich mit in diesen leckgeschlagenen Kahn steigen wird, muss sich erst noch erweisen.
So dumm ist Schlingensief, der von Katharina Wagner Protegierte, nicht, um sehenden Auges in ein weiteres Unglück zu laufen.
Parsifal in BT ging nur deswegen ohne Skandal aus, weil man nicht mit Krawall Schlingensief Ehre angedeihen lassen wollte. Hinzu kam, dass die Quatsch-Inszenierung keiner, wohl auch Schlingensief selber nicht, verstanden hat.

Wichtig war Wolfgang Wagner, dass Katharina dem Schlingensief half, den Parsifal auf die Bühne zu bringen, damit Sie selber es lernt.
So wird es ja auch mit Tankred Dorst und seiner Ring-Inszenierung 2006 sein. Kathrinchen steht dem dann 80-Jährigen zur Seite.

Fliegen schlagen mit einer Klappe, nennt man das.


DH