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... da wird er
genannt in den Medien als der Neue für das Staatstheater am
Gärtnerplatz und die Korrespondenten stürzen sich auf ihn, ehe er
irgend etwas von sich gegeben, geschweige denn produziert hat.
Er hat das Theater Augsburg zu einer besseren Auslastung geführt –
kaum eine Schwierigkeit, denn beim Vorgänger und 'der Axel hat sich
doch so viel Mühe gegeben' führte die Theaterleitung zu einer
Minimal-Nachfrage. Da gab es auch Vorstellungen z.B. 'Hochzeit des
Figaro' mit nur gut 25 und 'Walküre' mit Elisabeth Meyer-Topsoe als
Sieglinde mit gerade mal 100 Besuchern. War damals bei Purcells 'Dido
und Äneas' überhaupt jemand im Zuschauerraum?
Hier eine Steigerung zu schaffen, ist keine Kunst, selbst in
schlechten Zeiten, wenn das Geld für gehobene Kulturveranstaltungen
den Bürgern nicht mehr so zur Verfügung steht.
Jetzt nun soll in München seine zweite Intendanz beginnen. Die
Staatsoper bekommt den ehemaligen Chef des Burgtheaters, Herrn
Bachler, das Theater am Gärtnerplatz den ehemaligen Oberspielleiter
Karlsruhe und jetzigen Intendanten in Augsburg. Dieses Theater wird
sich sicherlich eines Zustroms von Münchnern erfreuen dürfen, wenn
die letzte Spielzeit in Augsburg unter die Lupe genommen wird.
Wenn nun jetzt schon die Herren Brembeck, Kaiser und Tholl Zweifel
haben und warnen, um ein Gärtnerplatz-Desaster zu vermeiden, ist
doch die eine Weiche schon gestellt, das Publikum aufmerksam und
kritisch gemacht, mit dem Resultat: "Wir haben es doch gewusst."
Dass der Neue zumindest so überlegt vorgeht, sich erstmal das Haus
anzusehen und nicht gleich zum eigenen Dienstantritt alle zu
kündigen, die sich solidarisch mit dem jetzigen Intendanten
erklären, schafft ihm Luft. Ob er danach aber die richtigen Sänger
für seinen Spielplan bekommt und nicht nur auf die Popularität eines
Bass-Buffos setzen muss, ist fraglich.
Alle sind nun besonders aufmerksam, jeder Schritt wird beobachtet,
eine zusätzliche Belastung zu allem, was nun zu bewältigen ist.
Fast muss man sagen, diese Übernahme: ein aussichtsloses
Unterfangen.
Nun aber dreht sich das Karussell in Augsburg, wer übernimmt hier.
Immerhin ist der Wechsel schon für 2007 notwendig. Wer ist denn zu
diesem Zeitpunkt 'zufällig frei'?
Wie wäre es denn mit Ernö Weil, dem Regensburger Theaterdirektor.
Der hat immerhin in den paar Jahren seines Hierseins den Betrieb auf
10 Spielstätten ausgedehnt. Das ist doch was, so eine Art
Generalintendant im eigenen Haus. Die Qualität ist eine andere
Sache, denn würde die Stadt durch entsprechende finanzielle
Ausstattung des Theaters ein Ensemble ermöglichen, das bei jeder
Premiere die Feuilletonisten auf den Plan ruft, hätte die Stadt eine
Außenwirkung steter Art und könnte auf solche Aktionen wie die
obskuren Begleiterscheinungen im Rahmen der 2010-Bewerbung
verzichten, die nur Geld kosteten und Regensburg in Verruf brachten.
So wie die Stadt hier agiert und ohne Einsicht die Aktion nach wie
vor gut heißt, präsentiert sich eine Partei mit dem Wahlspruch: 'Wolli
wählen!'
Und einer fragte: "Wer ist Wolli, was haben wir mit dem
Bürgermeister von Berlin zu tun".
Der Kulturreferent der Stadt am Strom ist auch in der Reißen - hat
er nun Aufträge vergeben außerhalb des Reglements oder doch nicht
und hat er nun drauf "einen Eid geschworen" oder doch nicht?
Wenn dann auch noch Leserbriefe publiziert werden - das Schauspiel
müsse gelobt werden für die Inszenierung von 'Peer Gynt' von Edvard
Grieg oder die Freude über 'Il Bajazzo und Cavalleria rusticana' sei
groß sowie das Lob über 'Mefistofele' von Arrigo Poito - bleibt nur
beredtes Schweigen.
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