Theaterfest Regensburg
Die Begeisterten strömten:
Es geht wieder los, das Theater Regensburg öffnet sein Pforten zur
Spielzeit 2004 / 2005.
Regisseur Ernö Weil stellte 'Fidelio' als Spiel- und
Revolutionsoper vor, vermied aber zu erläutern, wie er das Werk mit
welchem Konzept auf die Bühne bringen will.
Beethoven, 'der Politiker', sah in seiner Leonore die Heldin, der es um
Menschlichkeit geht. Egal wer zu retten sei. 'Die Frau' in der ersten
Linie des Kampfes. Schon während der Französischen Revolution war sie
auf den Barrikaden.
Auszüge aus dem Werk, gelangen musikalisch. Warum nur klang Dirigent
Alois Seidlmeier bei seinen Erläuterungen so so heiser. Muss er etwa das
Orchester bei den Proben anbrüllen?
Michael Bleiziffer stellte seine Inszenierung 'Die Orestie vor,
die Atridentragödie mit der Einführung des Rechtsstaates und dem Versuch
die Spirale der Rache zu durchbrechen.
Die gewählte Stein'sche Prosafassung ist auf 3 12 Stunden gekürzt, so
dass sie an einem normalen Theaterabend dem Regensburger Publikum
vorgestellt werden kann. Die Dichtheit der Stein'schen Sprache macht
eine Textentschlüsselung überflüssig.
Der Chor ist der Mensch, reduziert auf eine Darstellerin, von der die
Handlungsstränge aufgezeigt werden.
Die Akzente setzende Musik von Heinz Grobmeier könnte ein Eigenleben
führen.
Aber abwarten. Es wird in jedem Falle spannend.
Begrüßungskonzert
Ein einigermaßen gelungener
Begrüßungsabend bedeutet noch keine gelungene Spielzeit - wie eine
Hausfrau oder ein Koch erstmal in den Kühlschrank schaut, ehe die
Speisekarte geschrieben wird, sollte ein Intendant sich das Ensemble
ansehen, bevor er den Spielplan festlegt.
Schon der Don Carlos war ein Problem, jetzt Fidelio - Michael Suttner
ist kein Florestan und Herr Hemminki ?
Natürlich darf nicht geurteilt werden, wenn an einem solchen Abend mal
einer oder eine ein Ströfchen singen darf. Der Gesamteindruck muss dann
entscheiden.
Und doch, Karsten Münster - ein Caramello? Sicher ist er Monostatos.
Brent Damkier als Nemorino, lässt sich hören, aber der Jaquino liegt
ihm mehr, denn er ist ja auch ein Buffo.
Soll Astrid Hofer Carmen werden ? Dieser lyrische Hosenmezzo ?
Lauter Anfänger, eben noch billig.
Nur ist das Potential zur Entwicklung nicht mal erkennbar.
Martin-Jan Nijhof, der neue Bassist. Ein langer Friese, ohne
Körpervolumen. Und auch bei ihm wieder: Hör ich dein heimliches Rufen !
Einzig und allein Katharina Leitgeb - sie singt schön, kultiviert, weiß
was sie singt, ist reizend anzuschaun, spielt beherzt.
Eine positive Lyrische.
So müsste es je nach Fach und Persönlichkeit bei allen sein.
Aber nein, es geht halt doch alles nur nach dem Motto:
"Kann'ste wechseln?"
dh
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