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So schön - so hatte er
es sich ausgedacht - hätte es sein können, als Intendant das
Theater Regensburg in die Kulturzeit 2010 zu führen. Nichts ist's
damit.
Stattdessen muss sich der Regensburger Theaterdirektor am Tag der
negativen Entscheidung der 2010-Jury mit seiner 'Mefistofele'-Produktion
auseinandersetzen.
Hier nun steckt 'der Teufel' wahrlich im Detail. War schon die
'Carmen' eine schwere Geburt, ist hier alles noch umständlicher,
denn das kaum gespielte Stück in einem Haus mit seinen beschränkten
technischen und finanziellen Möglichkeiten, ohne Musikalischem
Oberleiter, mit einem Dirigenten aus Pforzheim - woher auch sonst,
gibt es für Theaterdirektor Weil doch nur noch Coburg, von wo er
auch den designierten GMD Raul Grüneis kennt - einem Regisseur, der
in sich schon schwierig ist und kaum eine Inszenierung rechtzeitig
zu Ende bringt und einer Kostüm- und Bühnenbildnerin, die in den
70-ern Interessantes, wie einen fabelhaften Wozzeck auf die Bühne
des Staatstheaters Oldenburg stellte.
So funktionierte bei der Klavierhauptprobe kaum etwas in den
Abläufen.
Der Chor wurde ja schon 'aus Rationalisierungsgründen' in Kostüm und
Maske in den dritten Rang verbannt, der Kinderchor tritt gar nicht
erst auf, sondern kommt vom Band. Hier hatte wohl der Regisseur -
und in
beiden Fällen - keine Idee.
Schade, Kinder und Tiere auf der Bühne überbrücken doch - wie
hinlänglich bekannt - Einfallslosigkeit.
Die langen Umbaupausen bringen - wie schon bei der unseligen
Mahagonny-Inszenierung des Theaterdirektors Weil - zwar dem Publikum
Entspannung, währen aber zu lange. Um das Einschlafen der Zuhörer zu
vermeiden, sollte da nicht erwogen werden, weitere Pausen zur
Erholung der gestressten Gäste - mit einem Glas Sekt - "Geht auf's
Haus" - einzulegen ?
Inzwischen kann die geplagte Technik in Ruhe in die Speichen des
Rades greifen und die Bühne in die richtige Blickrichtung drehen.
Wäre doch eine Maßnahme.
Und diese Querelen 10 Tage vor der Premiere. Dabei steht zeitlich
hinten dran schon der 'Peer Gynt' mit seinem Auftritt - auch im
kleinen Haus am Bismarckplatz.
Kulturhauptstadt Europas werden wollen, aber nicht mal die Anstalt
öffentlichen Rechts das 'Theater Regensburg' richtig führen können.
Und atemberaubend diese Spielpläne im Musiktheater - auch der für
2005/2006 atmet den Duft der großen weiten Welt - die einer
2010-Stadt zur Ehre gereichten:
'Holländer', 'Giovanni', 'Maskenball' und 'Arabella' - letztere
inszeniert der Theaterdirektor Weil selber, da gibt es nur schöne
Bewegungen - meist andante moderato - der zweite Akt wie ein
Theaterball anzusehen, den er ja schon realiter inszenierte - es
kann bei dem Stück kaum etwas schief gehen, zumal er die Leitgeb als
Arabella, Adam Kruzel als Mandryka und eine kesse Fiakermilli zur
Verfügung hat. Aber wer sind die Tenöre ?
Und wer sind Erik, Senta - wer Giovanni, wer Richard, wer Amelia ?
Wer Ulrica ? Letztlich wird's wohl ein Ulrikchen werden.
"Mit san mir - mir könna ois !"
Vielleicht aber endet wegen Realitätsverlusts - wie auch schon bei
2010 erlebt - alles doch so:
Erst Feil, dann Weil ?
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