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        Berliner Ensemble

      
     Bemerkungen eines voll zahlenden Zuschauers zur szenischen Umsetzung von

        Thomas Bernhard

      
    'Immanuel Kant'

           Repertoirevorstellung 06.11.2011 (Dernière)

         'Da ist es besser ich nehme ein heißes Fußbad
        als dass ich ins Theater gehe'


    Announcement Berliner Ensemble
     

    'Immanuel Kant* von Thomas Bernhard
    ....................................................................................................................................
    Mit:
    Carmen-Maja Antoni (Millionärin),
    Ursula Höpfner-Tabori (Kants Frau),
    Roman Kaminski (Kunstsammler/Arzt),
    Gerd Kunath (Kardinal/Seekranker),
    Detlef Lutz (Admiral/Zweiter Steward/Pfleger),
    Uli Pleßmann (Kapitän/Koch),
    Martin Schneider (Ernst Ludwig, Kants Bruder),
    Norbert Stöß (Kant),
    Jörg Thieme (Friedrich, ein Papagei),
    Thomas Wittmann (Steward)


    Inszenierung: Philip Tiedemann
    Bühne: Paul Lerchbaumer
    Kostüme: Stephan von Wedel
    Musik: Jörg Gollasch
    Dramaturgie: Hermann Wündrich

     

    Das ist ja unfassbar!“ und „Ist das nicht eine Ungeheuerlichkeit!“.
    Die Passagiere eines Ozeandampfers auf dem Weg nach New York, kommen aus dem Staunen nicht heraus: Immanuel Kant, der Philosoph der Aufklärung aus dem 18. Jahrhundert, der Königsberg nie verlassen hat, auf hoher See?
    Mitten im 20. Jahrhundert auf dem Weg in die USA?
    Kant mit Frau und Papagei?
    Kant tanzend?
    Kant als gesellschaftlicher Mittelpunkt?
    Kant als Ehrendoktor der Columbia University?
    Thomas Bernhard, der im Februar 2011 achtzig Jahre alt würde, treibt Scherz mit Absurditäten, Nonsens, Irrwitz, und mit der Wirklichkeit, mit Tod und Leben.
    Eine Parodie auf Größenwahn und den Kult, der damit getrieben wird.

     


     

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    Announcement Suhrkamp Verlag

    Thomas Bernhard
    Immanuel Kant

    Thomas Bernhard
    Komödie

    2 Damen, 10 Herren, 4 Dekorationen

    UA: Württembergisches Staatstheater Stuttgart
    15.04.1978
    Regie: Claus Peymann

     

    Synopse

    Immanuel Kant, der große Philosoph, der niemals seine Heimatstadt Königsberg verlassen hat, ist auf großer Reise. Mit seinem Papagei, seinem Pfleger und seiner Frau logiert er auf einem großen Luxusdampfer. Er ist am Grauen Star erkrankt und beinahe ganz erblindet. Seine letzte Rettung ist eine Operation durch die Spitzenärzte an der Columbia University in New York. Dort will man ihm gerade die Ehrendoktorwürde verleihen, und so schlägt der sonst so reiseunwillige Philosoph zwei Fliegen mit einer Klappe.

    Auf der Überfahrt gilt seine uneingeschränkte Aufmerk­samkeit einzig und allein seinem Papagei Friedrich, den Kant den meisten menschlichen Geistern für ebenbürtig, wenn nicht gar haushoch überlegen hält. Alle anderen Anwesenden bekommen deutlich Kants Verstimmungen zu spüren, die einem so genialen Geist aber gerne zugestanden werden.

    Nur Kants Frau scheint etwas im Schilde zu führen. Und so sieht man, als der Luxusliner im Hafen von New York einläuft, kein Empfangskomitee der Columbia University. Statt dessen steht dort das Pflegepersonal einer Irrenanstalt.

     

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    Die Uraufführung fand am 15. April 1978 im Württembergischen Staatstheater in Stuttgart statt.
    Regie Claus Peymann,
    Bühne und Kostüme Achim Freyer

    Die Besetzung

    Kant

      Peter Sattmann
    Kants Frau   Barbara Nüsse
    Ernst Ludwig, Kants Bruder   Traugott Buhre
    Friedrich, ein Papagei   Gert Voss
    Millionärin   Anneliese Römer
    Kapitän   Gert Kunath
    Admiral   Volker Spahr
    Kardinal   Wolfgang Höpner
    Kunstsammler   Urs Hefti
    Steward   Martin Schwab
    Substeward   Barbara Ploch
         

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    'Alles ist trüb
     trüb
     trüb
     trüb'


    Absurd, dass ausgerechnet Kant, der ewige Königsberger, sich auf den Weg machen soll, um sich seine Augen in Amerika operieren zu lassen und gleichzeitig die Ehrendoktorwürde der Columbia Universität in Empfang zu nehmen - und dann noch mit seiner Frau, wo er doch dem 'Weib' grundsätzlich nur sehr zögernd gegenüberstand.

    Ein schwankend Boot - ein Podium auf der Bühne durch hydraulisch angetriebene Streben bewegt und so Seegang - im Bühnenhintergrund, quer über die ganze Breite eine Wippe, durch zwei Darsteller wie auf einem Kinderspielplatz auf-und-ab geschaukelt, die Schiffsbewegung durch Veränderung des Horizonts zeigend.
    Alles in nicht kontrollierbarer Bewegung, der Willkür ausgesetzt.

    Ein Mensch mit großem Taucherhelm wankt über die Bühne, ein Kirchenmann angelt am Rande des Podiums, Nebelhörner ertönen in der Ferne.
    Wind West Nordwest


    Ein mit einem Tuch bedeckter Vogelkäfig wird abgestellt.
    Stell ihn hin
    nicht dahin
    dahin 
    '
    Der Theatermacher' lässt grüßen.

    Nebelhorn - Trockeneis entströmt einem über der Bühne hängenden - an sich - Lufteintritt.

    Kant nimmt
    in einem Liegestuhl Platz - doziert.
    Du hättest die dicke Suppe
    nicht essen sollen gestern Abend


    Kants Schwester sei gestorben, man habe auf hoher See keine Möglichkeit, zur Beerdigung zu gehen.
    Es gebe am Abend eine Verlobungsfeier, ein Mineraliensammler aus Gelsenkirchen sei der Verlobte, die Millionärin spendiere eine Marzipantorte.
    mit drei Metern Durchmesser

    Die Millionärin sei aus Ludwigsburg und dabei, die Versicherung dazu zu bringen, die Titanic zu heben, denn mit dem Schiff sei damals ihre Großmutter mit dem gesamten Familienschmuck untergegangen.

    Nebelhorn -
    Kant tobt wegen der Liegestuhlposition und der Kopfunterstützung -
    der Papagei Friedrich quatscht fortwährend dazwischen.
    Nackenrolle Nackenrolle Nackenrolle

    Er lese grundsätzlich nur Zeitungen, die wenigstens vier Wochen alt sind.
    Die Prüfung des Vogelfutters für Friedrich nimmt Kant dann persönlich vor - ein Stein habe kürzlich das Futter verunreinigt.
    Die guatemaltekischen Körner seien das Beste für Friedrich und er liebe es, wenn Frau Kant ihm und Friedrich aus den Nürnberger Nachrichten vorlese.
    da lacht er sich beinahe zu Tode

    Schwere See - das Deck schwankt - Nebelhorn.
    Wo Kant ist
    ist Königsberg
    Königsberg ist,
    wo Kant ist

    Leibniz habe sich vor Friedrich gefürchtet und sich geweigert, eine Vorlesung zu halten, weil er es nicht vertragen konnte, dass Friedrich anwesend ist.

    Der Kardinal leidet unter Seekrankheit, wankt vorbei, spuckt, kotzt den Decksteward an.
    Nebelhorn
    Kant wird auf den Liegestuhl gebettet.
    Ich hasse Amerika
    Ich reise nur meiner Frau zuliebe

    Hinter vorgehaltenem Handbuch gibt er dem Steward zur Kenntnis, dass es eine Geschmacklosigkeit sei, mit großem Gepäck zu reisen.
    Alles was nicht ist
    ist nicht
    alles was ist
    ist

    Der Satz der Identität

    Die Sorge um den Papagei treibe ihn um, manchmal glaube er, der sei tot.
    Der lebe ganz in seiner Begriffswelt. Der verabscheue, was er verabscheue - der ziehe zur Rechenschaft, was er zur Rechenschaft ziehe.

    Frau Kant wispert dem Steward ins Ohr - was hat das zu bedeuten?

    Die Zeitungen seien voll von Berichten über die bevorstehende Ankunft des großen Philosophen.
    Columbus habe Amerika entdeckt, Amerika habe Kant entdeckt.

    Papagei Friedrich gibt die Order:
    Volle Kraft voraus

    Schwere See -
    Wie Ernst Ludwig dich hinunterzieht
    was für ein tragisches Ende
    man stürzt auf das Deck.

    Frau Kant flüstert dem Steward etwas ins Ohr1

    Papagei Friedrich plärrt wie ein Baby.

    Ich muss den Koch sprechen
    Der Koch muss her
    her der Koch

    Nebelhorn
    Die Logik lehrt uns
    dass nichts leichter zu verdauen ist
    als ein Mus
    oder Kuttelfleck.


    Nebelhorn
    Die Schiffsglocke ertönt.
    Es ist angerichtet Herr Professor Kant

    Das Schiff schwankt.
    Es werden Stühle auf das Podium gehoben.
    Frau Kant verteilt diese malerisch auf demselben -
    da, ein Blitz -
    erschreckt hüllt sie sich in eine Decke und kauert sich auf ihren Liegestuhl.

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    Mitteldeck

    Meine Großmutter
    eine geborene Litfaß


    Die Millionärin erscheint mit aufgespanntem Sonnenschirm.
    Kant an Bord
    ist das nicht eine Ungeheuerlichkeit


    Nebelhorn
    Der Steward sagt
    Sie hätten ihren Mann auf dem Tritachersee kennengelernt
    Eine Seeehe
    lacht laut auf
    Eine S e e e h e
    (wohl ein typischer Probengag, der beibehalten wird?)

    Im Hintergrund spazieren Kant und Ernst Ludwig mit dem Papagei Friedrich im Käfig über die Wippe, kommen über die Vorderbühne).

    Die Millionärin steigt auf einen Stuhl.

    Finden sie nicht
    dass der Kardinal sehr gut aussieht
    ein schöner Papst wäre das


    Die Millionärin faltet den Sonnenschirm zusammen -
    aber sagen sie mir was philosophiert ihr Mann denn so

    Sie wirft den Schirm 'über Bord'

    Eine Leiter wird gereicht.
    Frau Kant nimmt sie, die Millionärin greift zu -
    beide stehen nun 'an der Reling' und schauen in die Weite.

    Ich gehe nicht mehr ins Theater
    Der Himmel im Hintergrund errötet.
    es hat nichts mehr zu bieten
    das Theater ist ein Anachronismus.

    Da ist es besser ich nehme ein heißes Fußbad
    als dass ich ins Theater gehe

    Schwere See - Millionärin und Frau Kant stürzen zu Boden.
    Die Millionärin führt ihre künstliche Kniescheibe vor. Die Millionärin und Frau Kant hantieren im Sitzen mit der Leiter als Reling.

    Es zöge so in den Kabinen, die Millionärin empfiehlt Frau Kant, eine Strickmütze aufzusetzen, ihre Großmutter habe sicherlich auch einen Strickmütze aufgehabt, als sie mit der Titanic untergegangen sei.

    Zufälligerweise hat Frau Millionärin eine angefangene Strickmütze in ihrer Handtasche, die sie Frau Kant zum Probieren anbietet.

    Herr Kant, Ernst Ludwig mit Papagei Friedrich im Käfig schlendern über die Vorbühne -
    Ein Geistestrio

    Der Steward nimmt den Damen die Leiter als Reling ab, die Millionärin erhebt sich, geht zur Seite und zieht dabei an einem Wollfaden die Mütze, die auf Frau Kants Kopf zum Probieren saß, mit sich eben zu der Seite.

    Kant setzt sich auf seinen Liegestuhl -
    zu Mittag die Kopfstütze

    Die Natur ist die größte Künstlichkeit
    Die Millionärin führt ihre künstlich Kniescheibe vor.

    Sie fragt den Professor, ob er seekrank sei, das sähe sie doch wohl an seiner Brille, worauf sie erläutert -
    Ich meine seekrank
    nicht sehkrank

    Er habe alles, was er jemals gedacht habe, im Papagei Friedrich gespeichert.

    Man steht gemeinsam am vorderen Rand des Podiums und stimmt ein Lied an.
    Hören sie das Meer
    die Mühsal
    das Entsetzen

    Nebelhorn
    Die Richtung als Fläche
    ist eine andere

    Es ertönt - wie schon am Anfang der Vorstellung - der 'Walkürenritt' aus Wagners 'Die Walküre' - Motivation, hier es einzuspielen, ist nicht erkennbar.
    Frau Kant führt aus, ihr Mann hielte urplötzlich zu einem ganz bestimmten unvorhergesehen Zeitpunkt seine Vorlesung.

    In Würzburg hatte er nur einen Hund
    als Zuhörer


    Vor der Elektrizität müsse man sich in acht nehmen -
    Man greift hin
    und ist verkohlt

    Papagei Friedrich plappert nach -
    Verkohlt, verkohl, verkohlt

    Die Millionärin berichtet, man habe ihr in Duisburg eine Kniescheibe eingesetzt, die nicht rostfrei gewesen sei.

    Kant am Stehpult.
    Auf sein
    Weg
    alles weg
    Weg weg

    wird das Podium abgeräumt,
    Nebelhorn

    Man möge sich doch setzten, fordert
    Kant schreiend auf.

    Unmöglich von Vernunft zu sprechen
    auf Hoher See


    Nebelhorn

    Die Protagonisten sitzend an der Rampe singen

    Unmöglich von Vernunft zu sprechen
    auf hoher See

     

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    Hinterdeck

    Rembrandt, der weiß immer wohin mit der Farbe
    ?

    Gedeckter Tisch quer über die Bühne.
    Lampions vom Schnürboden.
    Unmöglich, unmöglich

    Die Darsteller jeder mit zwei Lampions, der Sektkühler wird umgeworfen (unbeabsichtigt?)

    Einer pfeift
    Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir

    Man summt
    Guten Abend! Gut Nacht!

    Der Kapitän bringt einen Toast auf den Professor aus und kündigt die Ankunft des Schiffes in New York für den nächsten Morgen um elf Uhr zwanzig an.
    Der Maschinenschaden sei behoben, es sei alles in bester Ordnung. Vor Schreck war man aufgesprungen, nimmt nun aber wieder Platz.
    Die heutigen Schiffe könnten nicht mehr untergehen, man sei schließlich nicht mehr in der Zeit der Titanic.
    Die Millionärin erinnert, dass das ganze Philharmonische Orchester von Manchester vor der argentinischen Küste untergegangen sei. Nun habe Manchester kein Philharmonie mehr.

    Der Steward öffnet eine Flasche Sekt nach der andern, wobei er die Korken ins Publikum katapultiert.

    Der Kunstsammler Sonnenschein tritt auf, mit dem Taucherhelm über dem Kopf, nimmt den ab und erklärt in Bezug auf seine Sammlung, die einzige Ausnahme sei Kubin.

    Seit ich in Persien gewesen bin
    kann ich keinen Perserteppich mehr sehen.


    Leise Barmusik aus dem Bühnenhintergrund.

    Ernst Ludwig trinkt, Frau Kant tanzt mit dem Kapitän, der Kardinal erklärt, er werde einen neuen Lehrstuhl für Equilibristik in Chikago einweihen, Kant erläutert, der menschliche Kopf sei eine Trommel, die klinge, weil er leer sei.

    Donauwalzer

    Kant erkundigt sich bei Ernst Ludwig nach dem Befinden des Papageis, ob er noch schlafe.
    Equilibristen
    Komödienschreiber
    Untergangsmenschen


     - er steigt auf den Tisch und doziert -
    Im Grunde ist es
    allein meine Frau,
    die mich auf dieses Schiff gebracht hat -
    gezerrt gezerrt gezerrt

    Ein Telegramm wird herein gebracht
    Frau Kant liest über public address vor, man begrüße Kant in Amerika.

    Die Schiffsbewegungen nehmen zu, die Musik wird lauter, Kant tanzt auf dem Tisch.

    Kant hebt das Tuch von Friedrichs Käfig -
    nichts, der Käfig ist leer.

    Nebelhorn -
    Landung

    Kapitän, Kardinal, Steward legen die Uniformen ab, stecken Kant in eine Zwangsjacke

    Arzt:
    Professor Kant

    Kant:
    Sie haben mich erkannt

    Nebelhorn

     

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    Fazit

    Geht das Stück mit der Rolle des Kant nur mit Minetti?
    Das gebrochene Sprechen, das herrische Tun - wie im 'Weltverbesserer' - auch dort die nahende Auszeichnung der Universität, auch dort die Ehrendoktorwürde.
    Hier der geprügelte Bruder, dort 'die Frau'.
    Starke Ähnlichkeiten.

    Oder ein Harald Schmidt - aber kann der so viel Text behalten? Er käme in der Darstellung des hysterischen Schwätzers dem nahe - was hier am BE gezeigt wird.
    Ein pumperlg'sunder, lauter, krakeliger, unsensibler Hochstapler, der Kuttelfleck verlangt, der so quatscht, als wisse er was und doch nur Worthülsen ausspuckt.

    Glaubhaft, nach der Synopsis von Suhrkamp, die Intention der Frau Kant, den Kant
    auf dieser Reise 'in die Irre'  zu führen - weit weg vom angeblich heimatlichen Königsberg - um den Mann loszuwerden, gerade dann, wenn er nicht Kant ist, nicht sein kann, sondern nur ein armer Irrer. Und nur deshalb habe sie ihn auf das Schiff 'gezerrt'.

    Leider gibt Regisseur Tiedemann der Frau Kant nicht die Möglichkeit, das Zwielichtige in der Figur - die angeblich liebende Gesellschaftsdame und all die erlittene Unbill rächende Intrigantin - auszuspielen, sie 'fischpelt' nur gelegentlich mit dem Steward, aber niemand weiß, was das bedeuten soll.
    Hier käme so etwas wie gute, leider tote, Flickenschildt voll zum Zuge, sie hätte das von Natur aus gezeigt, was hinter einer Frau stecken und wie hintergründig sie sein kann.

    Aber so etwas muss man doch spielen können und dann auch dürfen.
    Frau Kant agiert gerade heraus, man sieht ihr keinerlei Planung an, denn, dass sie sich überlegt wie sie die Handlung auf ihr Ziel vorbereiten kann und muss, wird nicht deutlich.
    Sie schwimmt einfach nur mit - lag es an der 'dernière'?

    Ähnlich die Millionärin.
    Ein kraftvoller Trampel, der aus dem Stalle Litfaß kommen soll?
    Die den Proletarier zum Ehemann nahm, der dann während der Ehejahre aber doch so viel auf sie abfärbte, dass eine 'verbildete' Schrebergarten-Kultur-Amsel dabei herausgekommen ist.

    Alle anderen - sind sie nun alle Spinner oder sind sie von Frau Kant engagiert, das Maß der Verwirrung voll zu machen - spielen brav die Dressur herunter.

    Bedauerlicherweise werden die vielen Möglichkeiten, die in dem Stück verborgen sind, immer noch nicht - auch hier von Herrn Tiedemann nicht - freigelegt.

    Somit wieder laut und lächerlich dem Affen Publikum Zucker gegeben - da bleibt nur ein lapidares:

    'Schon wieder Klamotte!'

     

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    Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:
     

     

    Ich verstehe diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen, sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung -
    Geglücktes oder Misslungenes.

    Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

    Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.